Zeittafel zur Entwicklung Nienhagens
als Badeort von 1905 bis 2008
Nienhagen wird 2014 als Ansiedlung 750 Jahre alt. Vor ca 100 Jahren aber, im Jahr 1906, parzellierte der Schulze des Dorfes seinen Acker, ließ die heutige Strandstrasse bauen und legte damit den Grundstein für das heutige Ostseebad Nienhagen.
Lesen Sie hier die Chronik von Nienhagen:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1905 | Wilhelm Barten, Erbpächter der Hufe Nr. 2, erhält die Bestallungsurkunde als Schulze der Gemeinde. - Erste Genehmigungen für Gast- und Schankwirtschaften werden erteilt. |
| 1906 | Durch Parzellierung seiner Ackerflächen und den Bau der heutigen Strandstraße legte W. Barten den Grundstein zur Entwicklung Nienhagens zum Badeort. Baubeginn von Villen und Pensionen in der Strandstrasse und an der Ecke Doberaner Str. |
| 1907 | Fertigstellung der Straße Doberan-Elmenhorst. |
| 1908 | Bau der ersten Treppe zum Strand, Bau eines kleinen Landungssteges. - Zwei "Badebuden" werden errichtet ("H" westl. und "D" östl. der Treppe) - Aufstellung einer "Satzung für Kurgäste und Kurtaxe". |
| 1909 | Gründung des "Badevereins Nienhagen". |
| 1911 | Bau eines Aussichtsturms mit Gastraum am Steilufer. Er bestand bis ca. 1924. |
| 1912 | Bau einer neuen Treppe in einem Einschnitt, und einer 150 m langen Landungsbrücke (die jedoch im Winter 1928/29 durch Eisgang teilweise zerstört wurde). |
| 1913 | Lovis Corinth weilt als Gast in Hause Juerß. Auf dem Aussichtsturm zeichnete er Skizzen. In Nienhagen entstehen mehrere seiner Bilder. |
| 1914 - 1918 | Kriegsbedingte Unterbrechung der weiteren Entwicklung. |
| 1919 - 1923 | Inflation, keine Weiterentwicklung. Nienhagen hat eigenes Notgeld. |
| 1925 - 1929 | Weitere Pensionen werden fertiggestellt. |
| Um 1928 | Im Bereich des Badestrandes wird eine Uferschutzmauer errichtet, aus der jedoch alsbald durch Sturmflut ein Teilstück herausgerissen wird. |
| 1929 | Nienhagen bekommt durch das Mecklenburg-Schwerinsche Ministerium des Innern die "Konzession zur Ausübung des Seebadbetriebes" - Die Landungsbrücke wird in verkürzter Form wieder hergerichtet. |
| 1930 - 1938 | Bau weiterer Pensionen. |
| 1936 | Nienhagen wird die Bezeichnung Ostseebad verliehen. |
| 1939 - 1945 | Der zweite Weltkrieg beendet wieder jede weitere Entwicklung, |
| 1942 | Zwei Gebäude werden durch eine Fliegerbombe zerstört, zwei Menschen sterben. |
| 1945 | Nach Kriegsende liegt Mecklenburg in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, später DDR. |
| 1946 | Der Hof Westendorff wird im Rahmen der "Bodenreform" enteignet. |
| 1953 | An unserer gesamten Küste werden alle privaten Hotels und größere Pensionen im Rahmen der "Aktion Rose" enteignet. FDGB, Reisebüro und Betriebsferienheime übernehmen den Urlaubsbetrieb. |
| 1954 | Durch einen schweren Januarsturm wird nahezu die gesamte Schutzmauer zerstört. |
| 1955 | Zur Sicherung der Promenade und des Ortes wird am Strand eine neue Schutzmauer errichtet. |
| 1959 | Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft - LPG Nordlicht - wird gegründet. |
| 1964 | Der Rettungsdienst erhält einen Turm oberhalb der Mauer. |
| 1965 - 1970 | An der östlichen Steilküste wird ein Waldschutzstreifen angelegt (durch ihn führt der heutige Ostsee- Radfern- und Wanderweg nach Warnemünde). - Nahe dem Alten Forsthaus wird eine Kaserne errichtet, die später zu einem Gästehaus der DDR-Volksmarine umgebaut wird (heute eine Ruine). |
| 1970 | Nienhagen, das einige Jahrhunderte zur Kirchgemeinde Lichtenhagen gehörte, bildet nun eine Kirchgemeinde mit Rethwisch. |
| 1973 | Das FDGB Betriebsferienheim Seestern wird fertiggestellt. |
| 1975 | Neubau der Gaststätte "Nienhäger Strand" an Stelle der Saisongaststätte "Strand-Halle", zugleich Erweiterung zu einem Betriebsferienheim. |
| 1978 | Eröffnung einer Kaufhalle. |
| 1985 | Durch den nun ganzjährigen Ferienbetrieb, den auf 14 Tage begrenzten Aufenthalt und mehrere Betriebsferienheime erreichen die Gästezahlen Rekordhöhe (> 17000/Jahr). |
| 1989 | Fertigstellung einer Freilichtbühne. |
| 1990 | Nach der friedlichen Revolution von 1989 erfolgt die Wiedervereinigung Deutschlands. Für Nienhagen beginnt die umfangreichste Erweiterung seiner Geschichte. - Grömitz / Holstein und Nienhagen werden Partnergemeinden. |
| 1992 | Nienhagen bildet mit 9 weiteren Gemeinden das Amt Doberan Land. - Die Pension Am Teich, Villa Aranka, Gaststätte Minerva sowie weitere Pensionen und Gästehäuser eröffnen wieder. Damit hat Nienhagen mehr als 500 Betten. |
| 1994 | Das Bettenhaus des Hotel Waidschloß von 1927 wird nach Rekonstruktion mit 1- und 2-Zimmer Ferienappartements wiedereröffnet. - Das Alte Forsthaus wird saniert. |
| 1994 | Nienhagen Kreis Celle und Nienhagen werden Partnergemeinden, - Der Fremdenverkehrsverein wird gegründet. |
| 1995 | Das alte Hotel Waldschloß von 1908, eins der frühesten Häuser, wird abgerissen und 1996 durch einen Neubau mit 22 Eigentumswohnungen ersetzt. |
| 1995 - 2000 | Das Wohngebiet Kliffstr. / Hofstr. entsteht östlich der historischen Bebauung der Strandstraße. - Das Gebiet der ehem. Raketenabschussbasis wird im Rahmen der Konversion zum Wohn- und Gewerbegebiet "Technopark". |
| 1997 | Nienhagen erhält ein Wappen: Silberne Möwe auf blauem Grund über silbernen Wellen. |
| 1998 | Im Hause des Gründers des Ostseebades, Barten, heute Pension am Teich, erhält Nienhagen erneut die staatliche Anerkennung als Seebad. |
| 1999 | In einer Ferienanlage entstehen 78 Ferienwohnungen in Doppel- und Reihenhäusern. |
| 1998 / 2000 | Bau einer Gruppe von Reihen- und Einfamilienhäusern am Jagdweg sowie Einfamilienhäusern am Schulweg. |
| 2000 / 2001 |
Die "Kaufhalle" wird geschlossen und abgerissen. |
| 2005 | Fertigstellung der Ferienwohnanlage "Graf Luckner" - sowie der erweiterten ehem. Pension Cäcilie, jetzt Seestern. - Sanierung der Uferschutzmauer und der Treppen. - Bau einer neuen Strandtreppe am Schulweg. - Neueindeckung des "Strandpilzes" mit einem Rethdach. |
