Zerstörung der Stralsunder Einbäume beschäftigt auch Landtag

Schwerin (ddp-nrd). Die Zerstörung von drei steinzeitlichen Bootswracks wegen unsachgemäßer Lagerung hat ein parlamentarisches Nachspiel. Wie der kulturpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jörg Vierkant, am Donnerstag in Schwerin mitteilte, wird sich der Kulturausschuss des Landtages in der nächsten Woche mit dem Vorfall befassen. Neben der CDU fordert auch die FDP Aufklärung.

Durch falsches Handeln einer Fachbehörde sei wichtiges Kulturgut vernichtet worden, sagte der Stralsunder Abgeordnete. Man werde nicht umhin kommen, nach Vorlage des Landesrechnungshofberichtes im Landtag über die Folgen zu sprechen. Dabei gehe es nicht so sehr um die Zuordnung persönlichen Versagens, viel mehr müsse geprüft werden, ob es sich bei der unsachgemäßen Einlagerung der Einbäume um einen Einzelfall gehandelt habe. Zudem sollte den Gründen für einen so eklatanten Fall des Umgangs mit Kulturgut in einer mit Fachleuten besetzen staatlichen Behörde nachgegangen werden.

Die drei 2002 bei Ausgrabungen nahe Stralsund entdeckten Bootswracks waren bis 2004 in einem provisorischen Depot des Amtes für Bodendenkmalpflege in Schwerin verrottet. Durch Frost, Fäule und unzureichende Wässerung waren die zwischen 7000 und 6000 Jahre alten, aus Lindenholz bestehenden Einbaumreste während ihrer Lagerung unwiederbringlich zerstört worden. Der Schaden war am Dienstag bekanntgeworden, weil der Welterberat der Hansestadt Stralsund nach dem Verbleib der Fundstücke bei den Denkmalpflegern in Schwerin nachgefragt hatte.

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Mittwoch, 08. Feber 2012

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