Lehrer nehmen sich Zeit für Gespräche mit Schülern

Schwerin (ddp-nrd). Lehrer an vielen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern haben sich einen Tag nach dem Amoklauf in Winnenden Zeit für Gespräche mit ihren Schülern genommen. «Die Klassenleiter haben dafür freie Hand, wir haben aber nicht grundsätzlich in jeder Klasse eine Unterrichtsstunde dafür eingeräumt», sagte ein Sprecher des Gymnasiums Bad Doberan am Donnerstag. Das Verbrechen sei Pausengespräch, jedoch wirkten die Kinder nicht verängstigt oder verunsichert, sagte er. An anderen Schulen wurden Schweigeminuten eingelegt.

Den Rostocker Schulen wurde vom Schulamt professionelle Hilfe bei der Betreuung der Kinder angeboten. Bei Bedarf kämen Schulpsychologen in die Klassen, sagte eine Behördensprecherin.

Am Elbe-Gymnasium in Boizenburg wurde der Unterricht an diesem Donnerstag ganz normal abgehalten, wie Schulleiter Norbert Stern berichtete. «Wenn der Wunsch von Schülern da ist, über das Geschehene zu reden, dann tun wir das natürlich», sagte Stern. Erinnerungen an die Tat zweier Schüler des Gymnasiums, die vor zwei Jahren ein Ehepaar in Tessin ohne bekanntes Motiv ermordet hatten, führen seiner Meinung nach nicht zu einem vermehrten Unsicherheitsgefühl seiner Schüler. «Die Tat fand außerhalb der Schule statt und das sehen auch die Jugendlichen so», sagte Stern.

Dennoch habe man damals ein engmaschiges Netz gespannt, um Betroffene psychologisch zu betreuen. Dieses könne man jederzeit wieder aktivieren. «Die Mehrzahl der Schüler weiß, dass wir für ihre Sorgen und Nöte da sind», betonte Stern.

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Dienstag, 22. Mai 2012

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