Das hauchzarte Hemdkleid kam fast über Nacht
Fast vergessene Mode-Eskapaden lässt die Ausstellung „Á la mode – Die Kleidung des eleganten Frauenzimmers 1780-1830“ im Kloster zum Heiligen Kreuz in Rostock erneut aufleben. Es ist 200 Jahre her, dass Frau fast über Nacht harte Mieder und steife Reifröcke gegen hauchzarte Hemdkleider tauschte. Nach Pariser Vorbild sollte um 1800 die modische Kleidung einer Dame mit Schuhen und Schmuck nicht mehr als 250 Gramm wiegen.
Bis zum 3. Mai dieses Jahres zeigt das Kulturhistorische Museum Rostock die schönsten Stücke der Kostümsammlung Metzler aus Bad Homburg neben Teilen der museumseigenen Sammlung. Erinnert wird an ein Kapitel der Geschichte, das weit mehr als nur eine Laune der Mode war. In wohl keinem anderen Jahrhundert als dem 19. Jahrhundert erlebte die Damenmode eine so große Veränderung. Die von Frankreich ausgehenden politischen Umwälzungen hatten ganz Europa erfasst. Das modebewusste Frauenzimmer tauschte die seit 400 Jahren stets eng geschnürte Mode gegen federleichtes Musselin und stritt noch darüber, wer am wenigsten trug. Diese so genannte „Nackte Mode“ blieb jedoch nur für die kurze Atempause von 40 Jahren aktuell. Sie gab Zeitgenossen vielfach Anlass zu Spott und Karikatur. Krankheiten wie Lungenentzündung und Schwindsucht grassierten, die man in Anlehnung an den beliebtesten Kleiderstoff jener Zeit auch „Musselin-Krankheiten“ nannte.
Eines der schönsten Stücke der Rostocker Ausstellung ist ein weißes Chemisenkleid, das die Neustrelitzer Weinhändlerstochter Friederike Christine Leopoldine Gremlin 1804 bei ihrer Hochzeit mit dem Rostocker Weinhändler Carl Friedrich Ahlers trug. Dieses hauchzarte Hemdkleid war das Paradegewand der „Griechischen Mode“ und wurde fast ausschließlich in Weiß getragen, da diese Farbe irrtümlich als typisch für die Antike galt.
Das Kulturhistorische Museum Rostock ist dienstags bis sonntags von 10.00 bis18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt in alle Rostocker Museen ist frei. Empfehlenswert für den Kurzbesuch in Rostock ist die RostockCard für zehn Euro.
Mehr Informationen: www.rostock.travel www.kulturhistorisches-museum-rostock.de
Quelle: © 2009 Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.
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