Algenteppiche in der Ostsee

Juliusruh (ddp-nrd). Algenblüten sind eine natürliche Erscheinung des Nahrungskreislaufs im Plankton der Nord- und Ostsee. In besonders heißen Sommern kommt es zum massenhaften Wachstum von zum Teil auch giftigen Algen. Die Ostsee ist davon besonders betroffen, weil angereicherte Phosphate aus der Landwirtschaft, kommunalen Abwässern und Schiffseinleitungen die Algenvermehrung explosionsartig beschleunigen.

Hinzu kommt, dass seit 2001 in der Ostsee eine extreme Warmphase mit besonders milden Wintern und warmen Sommern herrscht, was zu einem Anstieg der Wassertemperatur, Sauerstoffmangel und toten Zonen führt. Umweltschützer warnen daher vor einer Häufung von Algenteppichen und fordern ein generelles Einleitungsverbot von Abwässern.

Im vergangenen Jahr waren an Bord von Satelliten Aufnahmen von großflächigen Algenteppichen in der zentralen Ostsee gemacht worden. Wegen der herrschenden Winde verdrifteten die Ansammlungen und starben schließlich größtenteils auf hoher See ab. Größere Verunreinigungen gab es dagegen 2003 an der schwedischen Küste. Auch in Schleswig-Holstein und auf Hiddensee mussten zeitweise Badestrände gesperrt werden. Im Jahre 1983 waren am Ufer der Deviner Bucht bei Stralsund sogar 76 Jungrinder erkrankt, weil sie giftige Blaualgen gefressen hatten. 16 Tiere starben an einem Tag.

(Quelle: Umweltstiftung WWF)

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Dienstag, 22. Mai 2012

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