Backhaus sieht Potenzial bei Schweinemast im Nordosten
Güstrow (dapd-lmv). Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat die Bedeutung der Schweinemast für die Wirtschaft des Landes betont. In Mecklenburg-Vorpommern betrage der Besatz mit Schweinen pro Hektar nur etwa ein Drittel des Bundesdurchschnitts, sagte Backhaus am Donnerstag anlässlich des Schweinetages der Landwirtschaftlichen Beratungsgesellschaft LMS in Güstrow. “Vor diesem Hintergrund muss eine sachliche Diskussion zu den geplanten Tierhaltungsanlagen geführt werden”, forderte Backhaus. Durch die Nutzung des angebauten Getreides für die Mast könne sich der Umsatzerlös pro Hektar verdreifachen, und es könnten Arbeitsplätze geschaffen werden.
In Mecklenburg-Vorpommern werden nach Angaben des Agrarministeriums rund 768.000 Schweine gehalten, bundesweit sind es etwa 26 Millionen Tiere. Wenn die Besatzdichte Deutschlands flächenmäßig auf den Nordosten hochgerechnet wird, könnten im Land rund zwei Millionen Schweine gehalten werden. Bei Rindern könnte der Besatz von 559.000 auf eine Million erhöht werden, bei Legehennen von 1,9 Millionen auf 3,1 Millionen. Die Aufstockung der Tierbestände würde fast 4.000 Arbeitsplätze direkt in der Produktion nach sich ziehen, hinzu kämen weitere Stellen zum Beispiel in der Futtermittelwirtschaft, der Schlachtung oder der Fleischverarbeitung.
Zwar fördere das Land die großen industriellen Schweineproduktionsanlagen nicht, doch könnten Zuschüsse über das Agrarinvestitionsförderungsprogramm in Anspruch genommen werden, sagte Backhaus. Gerade bei ökologisch wirtschaftenden Betrieben sei so eine Unterstützung von bis zu 35 Prozent des Investitionsvolumens möglich. “Mein oberstes Ziel ist, dass Tierproduktions- und Bioenergieanlagen im ländlichen Raum so konfliktarm und standortangepasst wie nur möglich errichtet werden”, sagte Backhaus. Es sei daher besonders wichtig, auch auf ökologische und soziale Aspekte zu achten.
In Mecklenburg-Vorpommern wurden in der Schweinehaltung den Angaben zufolge seit 2007 insgesamt 49 Anträge mit einem Investitionsvolumen von etwa 25,9 Millionen Euro bewilligt. Der Zuschuss liegt bei 6,9 Millionen Euro.
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