Doku-Zentrum Prora zeigt Ausstellung über «Verfemte Musik»
Prora (ddp-nrd). «Das verdächtige Saxofon» heißt eine am Samstag im Dokumentationszentrum Prora auf Rügen eröffnete Ausstellung über die sogenannte entartete Musik während der Nazi-Diktatur. Die mit der Konrad Adenauer Stiftung konzipierte Dokumentation erinnere an Komponisten und Musiker, die im Nationalsozialismus verfolgt, ins Ausland getrieben oder in Konzentrationslagern umgebracht worden seien, sagte Jürgen Rostock von der Stiftung Neue Kultur.
Auf 38 Ausstellungstafeln zeigt die bis Mitte Oktober geöffnete Ausstellung, wie im Mai 1938 bei den Düsseldorfer Reichsmusiktagen eine Propaganda-Schau den Jazz zum Inbegriff «jüdisch-negroider Unterwanderung» erklärte und in den Folgejahren fremdartige und exotische Musikwerke verboten wurden.
Über akustische Beispiele können sich die Besucher in der Ausstellung an Audio- und Video-Stationen informieren. Vorgestellt werden zum Beispiel Auszüge aus damaligen Wochenschauen, in denen gegen angeblich entartete Musik und ihre Schöpfer gehetzt wurde. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein ausführliches Katalogbuch über die von den Nazis unterdrückte Musikszene.
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