Prora zeigt Ausstellung über Antisemitismus in der DDR
Prora (ddp-nrd). Fälle von Antisemitismus in der DDR dokumentiert eine am Mittwoch im Proraer Block 5 eröffnete Sonderausstellung des Prora-Zentrums. Die Wanderausstellung der Amadeu-Antonio-Stiftung zeige auf 14 Schautafeln die Recherchen von Jugendlichen aus ganz Deutschland, sagte Veranstalterin Susanna Misgajski.
Unter dem Titel «Das hat’s bei uns nicht gegeben!» werden Beispiele aufgeführt, die belegen, dass antijüdische Tendenzen auch in der DDR existierten. Sie seien zwar von Staat und Gesellschaft geahndet worden. Meist sei jedoch nicht nach den Ursachen gesucht worden, sagte Misgajski.
Präsentiert werden zum Beispiel Polizei-, Stasi- und Schulakten über Rostocker Schüler, die in den 70er Jahren antisemitische Sprüche auf Wände geschrieben hatten. Ergänzt wurde die Ausstellung mit einer Dokumentation über das Schicksal des früheren jüdischen Mitbesitzers des Kurhauses Binz, Adalbert Bela Kaba-Klein. Der aus Ungarn stammende Hotelinhaber hatte während der NS-Zeit das Anwesen verloren, war 1950 in die DDR zurückgekehrt und hatte die Rückübertragung des Hauses gerichtlich erstritten. Im Jahre 1953 wurde er während der Stasi-Aktion «Rose» unter einem Vorwand erneut enteignet und zu mehrjähriger Gefängnishaft verurteilt.
Die Ausstellung, zu der auch eine Video- und zwei Hörstationen gehören, ist bis Ende Oktober geöffnet.
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