Plasmamedizinisches Forschungszentrum Greifswald nimmt Betrieb auf

Greifswald (ddp-nrd). Neuartige Methoden zur Wundbehandlung mit physikalischen Plasmen wollen Mediziner und Plasmaforscher in einem neuen Forschungszentrum in Greifswald testen. Der rund 3,3 Millionen Euro teure Laborkomplex ist am Dienstag als Erweiterungsbau des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie in Betrieb gegangen.

Im sogenannten Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) Plasmatis werden zwei Teams von Nachwuchsforschern Wechselwirkungen von Plasmen mit biologischen Zellen untersuchen, wie Institutschef Klaus-Dieter Weltmann mitteilte. Dafür stehen den zwölf Wissenschaftlern acht physikalische und mikrobiologische Sicherheitslabore mit einer Gesamtfläche von 600 Quadratmetern zur Verfügung. Das Projekt wird in den nächsten fünf Jahren mit sechs Millionen Euro vom Bund gefördert.

Bei den noch nicht in die Praxis überführten plasmagestützten Heilungsverfahren werden zum Beispiel offene Wunden mit einem Spezialstift behandelt, aus dem ein Plasma in Form einer nur 30 bis 40 Grad warmen Flamme austritt. Das sogenannte kalte Plasma tötet Mikroorganismen ab, entkeimt die Wunde und regt die Zellen zum Wachstum und damit zu einer Schließung der Wunde an. Das Projekt ist eingebunden in das Forschungsgroßvorhaben Campus PlasmaMed, in dem Physiker, Pharmazeuten, Mediziner und Hygieneexperten aus Greifswald, Rostock, Stralsund und Neubrandenburg zusammenarbeiten.

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