Ärzte sagen im Sicherungsverfahren gegen Messerstecher aus

Rostock (ddp-nrd). Im Prozess wegen der tödlichen Messerattacke auf zwei Menschen Mitte Februar in Rostock werden am Montag (23.8.) Zeugen und Ärzte aussagen. Der 51-jährige Beschuldigte hatte zu Beginn des Sicherungsverfahrens die Taten eingeräumt und angegeben, sie unter Wahnvorstellungen begangen zu haben. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass der 51-Jährige wegen einer krankhaften seelischen Störung im Zustand der Schuldunfähigkeit handelte. Der Mann ist seit seiner Festnahme unmittelbar nach der Tat in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann zweifachen Totschlag vor. Er soll mit einem Küchenmesser auf einen 67-jährigen Passanten sowie eine 66 Jahre alte Frau, die dem Opfer zu Hilfe lief, eingestochen haben. Beide starben. Auch einen Polizisten attackierte er. Das erste Opfer habe für ihn das Böse verkörpert, die herbeieilende Frau habe ihn verwirrt, hatte der Beschuldigte ausgesagt. Die Taten täten ihm leid, er habe bereits am Morgen der Tat geahnt, dass etwas «Schlimmes» passieren würde, und vergeblich bei seiner behandelnden Neurologin, einem Pastor und seiner Mutter Hilfe gesucht.

Laut Staatsanwaltschaft wurde nicht gegen Personen aus dem Umfeld des Beschuldigten wegen fehlender Aufsicht oder unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Die Tat sei nicht vorhersehbar gewesen, obwohl der Mann bereits seit seinem 17. Lebensjahr in psychiatrischer Behandlung war. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft soll er nun dauerhaft in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden.

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Dienstag, 22. Mai 2012

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