Zentralrat der Juden fordert Erlass gegen Rechtsextreme in Kitas

Berlin (ddp-nrd). Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert von den Bundesländern einen Erlass gegen Rechtsextreme in Kitas. Der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, appellierte an die Länder, der Initiative Mecklenburg-Vorpommerns zu folgen und künftig von Kita-Betreibern einen Nachweis zu verlangen, dass sie nicht von Extremisten unterwandert werden. «Diese Initiative ist ein starkes Beispiel für einen kämpferischen demokratischen Staat, der sich wehren will und den Todfeinden der Freiheit keinesfalls unsere Kinder überlassen darf», sagte Graumann am Dienstag der Onlineausgabe des «Handelsblatt».

Als erstes Bundesland will Mecklenburg-Vorpommern verhindern, dass Neonazis Kindertagesstätten unterwandern. Ein am Montag in Schwerin vorgestellter Erlass sieht vor, dass Träger von Einrichtungen vom 1. August an nachweisen müssen, dass sie und die Mitarbeiter auf dem Boden der Verfassung stehen. Die Vorschrift gilt für alle Neuanträge und für den Fall eines Trägerwechsels, nicht jedoch für bestehende Einrichtungen. Tagesmütter sind von der Regelung ausgenommen.

Zentralratsvize Graumann hält dieses Schweriner Modell eines «Gesinnungstests für Erzieher» für ein «geradezu vorbildliches, absolut bewundernswertes Beispiel für Verantwortung und Engagement». Unter keinen Umständen dürfe zugelassen werden, «dass Faschisten die Köpfe und Herzen unserer Kinder vergiften können». Graumann appellierte daher an die Bundesländer: «Die braunen Kinderfänger dürfen erst gar keine Chance bekommen.»

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Dienstag, 22. Mai 2012

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