120 000 Impfdosen gegen Schweinegrippe drohen zu verfallen
Rostock (ddp-nrd). In Kühlhäusern in Mecklenburg-Vorpommern drohen 120 000 eingelagerte Impfdosen gegen Schweinegrippe zu verfallen. Ab Spätsommer laufe das Haltbarkeitsdatum der ersten Chargen ab, sagte Heiko Will, Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, am Donnerstag in Rostock. Insgesamt seien seit Herbst vergangenen Jahres 372 000 Impfdosen in den Nordosten geliefert worden. Davon wurden 254 000 Dosen an Ärzte, Apotheken und Gesundheitsämter ausgeliefert, die insgesamt rund zehn Prozent der Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern hätten impfen können.
Derzeit liefen pharmazeutische Untersuchungen, ob sich der nicht mehr nachgefragte, aber schon hergestellte Impfstoff gegen die Neue Influenza A/H1N1 für eine allgemeine Grippeschutzimpfung nutzen lasse, sagte Will. Dafür könnten dann auch die Dosen genutzt werden, die noch beim Hersteller liegen, aber von Mecklenburg-Vorpommern geordert wurden und bezahlt werden müssen. Allein das seien noch 330 000 Impfdosen, knapp so viele, wie bereits an das Land ausgeliefert wurden. Seine Gesamtbestellung hatte Mecklenburg-Vorpommern schon um ein Drittel herunterhandeln können.
Im Nordosten waren rund 5100 Erkrankungsfälle an Schweinegrippe gemeldet worden. Vier Menschen kamen ums Leben. 140 Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden. Da die Krankheit insgesamt aber nur einen milden Verlauf zeigte, gehen die Gesundheitsämter von einer vielfach höheren Zahl an Erkrankten aus.
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