IG Metall möchte auf Vertragsstrafe für Yusufov verzichten
Schwerin (ddp-nrd). Die IG Metall Küste befürwortet einen Verzicht auf eine Vertragsstrafe für den Nordic-Yards-Eigner Vitaly Yusufov bei Nichteinhaltung der im Kaufvertrag vereinbarten Beschäftigungsklausel. Die Gewerkschaft werde dem Gläubigerausschuss einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten, sagte Bezirksleiterin Jutta Blankau am Dienstag in Schwerin. Die Entscheidung über den Verzicht auf die sogenannte Pönale in Höhe von rund 15 Millionen Euro liege aber beim Ausschuss, der voraussichtlich in den nächsten Tagen zusammentreten werde.
Blankau begründete die Empfehlung der Gewerkschaft damit, dass eine theoretisch denkbare Vertragsstrafe in Millionenhöhe die Kreditaussichten für die Finanzierung des bislang einzigen Neubauauftrages für die Nordic Yards verschlechtere. Damit würden die Aussichten auf eine Beschäftigung der Mitarbeiter sinken. Ein Verzicht auf die Strafe wäre ein klares Signal an die Banken. Die Landesregierung unterstütze das Vorhaben, sagte Blankau.
Yusufov hatte sich beim Kauf der ehemaligen Wadan-Werften im Spätsommer 2009 dazu verpflichtet, innerhalb von 28 Monaten für 1200 Mitarbeiter Arbeit für mindestens zwei Jahre zu garantieren. Bei Nichteinhaltung ist eine hohe Vertragsstrafe vorgesehen. Ende Mai hatte er mit der Gewerkschaft einen Beschäftigungspakt ausgehandelt, wonach Anfang Juni 700 Schiffbauer unbefristete Arbeitsverträge erhalten und je nach Auftragslage 500 weitere unbefristete Stellen geschaffen werden sollen. Sollte der russische Investor diese Zusage einhalten können, wäre seine Verpflichtung aus dem Kaufvertrag erfüllt.
Die Finanzierung des Auftrags für einen Spezialtanker im Wert von rund 100 Millionen Euro für das russische Bergbauunternehmen Norilsk Nickel ist bisher noch nicht abschließend geklärt.
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