Lebensmittelüberwacher zeigen mehr Betriebe wegen Verstößen an
Rostock (ddp-nrd). Die Kontrolleure des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LaLLF) haben im vergangenen Jahr 77 Strafanzeigen gegen Betriebe wegen grober Verstöße gegen den Verbraucherschutz gestellt. Das waren annähernd dreimal soviel Anzeigen wie 2008, wie Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch bei der Vorstellung des LaLLF-Jahresberichtes sagte. Der größte Teil der Verstöße betraf irreführende Kennzeichnungen. Insgesamt seien Lebensmittel und Produkte sicherer geworden, das liege auch an der regelmäßigen Kontrolltätigkeit, betonte Backhaus.
Durch die Überwachungsämter der Landkreise wurden 2009 knapp 19 000 Betriebe kontrolliert, das sind zwei Drittel aller Unternehmen, die mit Lebensmitteln im weitesten Sinne zu tun haben. Bei knapp 10 000 Betrieben wurden Mängel festgestellt, etwa jeder zweite wegen nicht angegebener Zusatzstoffe oder ungenauer Angabe zur Zusammensetzung. «Diese Quote ist seit Jahren nahezu konstant», kritisierte Backhaus. Der Verbraucher habe jedoch ein Recht auf diese Informationen, deshalb seien diese fehlenden Angaben nicht akzeptabel.
Besonders schwere Verstöße seien der Staatsanwaltschaft weitergemeldet worden, sagte der Leiter des Landesamtes, Frerk Feldhusen. So wurden sieben Anzeigen gegen Fleischereibetriebe wegen unterlassener Pflichtkontrollen erlassen. Sechs Unternehmer mussten sich wegen verkehrter Kennzeichnung von Hühnereiern verantworten. Weitere Anzeigen wurden erstattet wegen Handelns mit verdorbenen Lebensmitteln, zudem wurden Kolibakterien in Rinderhack, Dioxin in Hühnereiern und Listerien in Fisch gefunden.
Der Jahresbericht des Landesamtes listet Kontrollberichte von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika ebenso auf wie von Futtermitteln und Tieruntersuchungen. Verbraucher können die Ergebnisse unter mv-regierung/lu.de einsehen.
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