Meeresforscher rechnen nicht mit Ölpest-Folgen für deutsche Küste
Hamburg/Kiel (ddp-nrd). Meeresforscher rechnen kaum mit Auswirkungen der Ölpest im Golf von Mexiko auf die deutsche Küste. Der Hamburger Ozeanologe Carsten Eden sagte im ddp-Gespräch, dass das Öl erst nach Jahren und nur in geringer Konzentration Europa erreichen könnte. Der Ort der Katastrophe im Golf von Mexiko sei etwa 1000 Kilometer von der Meeresströmung entfernt, die zunächst die Straße von Yukatan und dann die Straße von Florida passiert und schließlich als Golfstrom bis nach Europa reicht.
Nur wenn sich über lange Zeit weiterhin große Mengen Öl aus dem Bohrloch in den Golf ergießen, könne verseuchtes Meerwasser von der Strömung erfasst werden. Auf dem Weg über den Atlantik würde das Öl jedoch voraussichtlich verklumpen und absinken, sagte Eden.
Auch die hiesige Tierwelt sei nicht betroffen, sagte der Kieler Fischereibiologe Rainer Froese auf ddp-Anfrage. Zwar laiche der europäische Aal in der Sargassosee östlich von Florida. Aber selbst wenn Öl in den Golfstrom gelange, werde es die Laichgründe nicht erreichen, weil der Golfstrom einen Bogen um die Sargassosee mache.
Ohnehin seien Fische von der Ölpest nicht so betroffen wie etwa Wasservögel, weil sie dem verseuchten Wasser ausweichen könnten. «Der Aal ist viel stärker durch die massive Überfischung bei uns gefährdet als durch das Öl im Golf von Mexiko», betonte der Experte.
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