Koalitionsparteien in Schwerin zoffen sich wegen Afghanistan

Schwerin (ddp-nrd). Wegen unterschiedlicher Auffassungen zur Afghanistan-Politik des Bundes sind SPD und CDU in Mecklenburg-Vorpommern in Streit geraten. Der SPD-Landesvorstand erklärte am Freitag seine Ablehnung einer weiteren Aufstockung der Bundeswehr und forderte einen möglichst schnellen Abzug der Soldaten.

«Wir sollten auf einen Abzug hinarbeiten. Da ist eine Aufstockung des Kontingents ein Schritt in die falsche Richtung», sagte SPD-Landeschef Erwin Sellering zu dem am Donnerstag getroffenen Vorstandbeschluss.

CDU-Generalsekretär Vincent Kokert und CDU-Fraktionschef Harry Glawe warfen dem Koalitionspartner daraufhin vor, mit dieser Haltung den «Soldaten in den Rücken zu fallen». Es sei nicht zu akzeptieren, wenn sich jetzt acht Jahre nach dem Beginn des Einsatzes und noch dazu in einer schwieriger werdenden Situation in Afghanistan die SPD aus der Verantwortung schleiche, sagte Glawe.

Gemeinsam mit Kokert betonte er, dass die christlich-liberale Bundesregierung eine Abzugsperspektive aufgezeigt habe, mit der «in realistischer und verantwortlicher Weise» auf die derzeitige Lage in Afghanistan reagiert werde. Sellering wies die Vorwürfe als absurd zurück.

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Montag, 21. Mai 2012

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