Agrarfachlehrer machen um Mecklenburg-Vorpommern einen Bogen
Güstrow (ddp-nrd). An der landesweit einzigen Fachschule für Agrarwirtschaft in Güstrow-Bockhorst ist die Ausbildung wegen Lehrermangels gefährdet. Junge, qualifizierte Agrarfachlehrer machten nach ihrem Studium einen Bogen um Mecklenburg-Vorpommern, obwohl gerade hier die Nachfrage besonders groß sei, sagte Schulleiterin Gisela Stangenberg.
An der Fachschule werden rund 250 Schüler in «grünen Berufen» unterrichtet. Dafür stünden derzeit zwölf Lehrer zur Verfügung, sagte Stangenberg. Drei von ihnen gingen in den kommenden Monaten aus Altersgründen von der Schule ab, geeignete Nachfolger fehlten.
Bundesweit bildeten nur drei Einrichtungen Agrarfachlehrer aus. In diese Studiengänge hätten sich zurzeit knapp 60 Studenten eingeschrieben, sagte Stangenberg. Dem gegenüber stehen aber 150 Agrarfachschulen in ganz Deutschland.
Dass sich bereits seit Jahren kein einziger Absolvent für Güstrow interessiert hat, führt die Schulleiterin darauf zurück, dass die meisten Bundesländer den angehenden Pädagogen eine Verbeamtung in Aussicht stellen, Mecklenburg-Vorpommern hingegen nicht. Hinzu kämen die nach wie vor unterschiedlichen Tarife in West- und Ostdeutschland.
Das Schweriner Landwirtschaftsministerium versucht unterdessen, durch zusätzliche Referendariate der sich zuspitzenden Situation zu begegnen. Die Absolventen können später als Agrarfachlehrer oder im höheren Verwaltungsdienst arbeiten. Allerdings zogen fast alle Absolventen bislang dem Lehrerberuf eine Tätigkeit in der Verwaltung vor.
Die Nachfrage nach einer Ausbildung in Agrarberufen in Güstrow-Bockhorst ist dagegen ungebrochen. Viele landwirtschaftliche Betriebe suchten qualifizierten Nachwuchs für eine Firmenübernahme, sagte ein Sprecher des Landesbauernverbands. Könne eine Ausbildung mangels Lehrer an der einzigen Agrarfachschule des Landes nicht mehr gewährleistet werden, wäre das fatal.
(folgt Nachrichtenfeature bis 12.00 Uhr, ca. 55 Zeilen)
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