Uni-Abstimmung: Nur 44,4 Prozent für Namensänderung

Greifswald (ddp-nrd). Bei der studentischen Urabstimmung über eine mögliche Ablegung des Universitätsnamens Ernst Moritz Arndt haben sich 44,4 Prozent der Greifswalder Studenten für einen Verzicht auf den umstrittenen Namenspatron ausgesprochen. 55,6 Prozent der gültigen Stimmen entfielen auf die Befürworter des Universitätsnamens, wie die Wahlkommission am Freitag in Greifswald mitteilte. Insgesamt hatten sich etwa 23 Prozent der rund 12 300 Studenten der Greifswalder Alma mater an der fünftägigen Abstimmung beteiligt.

Arik Platzek von der Initiative «Uni ohne Arndt» sagte, man werde das Votum akzeptieren. «Insgesamt werten wir die hohe Beteiligung an der Abstimmung als einen Erfolg unserer Informationskampagne über die kritische Bewertung von Ernst Moritz Arndt.» In der kommenden Woche sind eine Debatte in der Greifswalder Bürgerschaft sowie eine öffentliche Anhörung in der Universität geplant. Eine endgültige Entscheidung im Namensstreit wird der Senat der Universität voraussichtlich am 17. März treffen. Sollte die Entscheidung auf eine Namenbeibehaltung zulaufen, werde man dies anerkennen, sagte Platzek.

Der umstrittene Name war 1933 durch den damaligen preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring der damals 477-jährigen Universität verliehen worden. Während Kritiker und Historiker den Namensgeber vor allem wegen dessen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus ablehnen, verwiesen Befürworter einer Namensbeibehaltung auf Arndts Verdienste im Kampf gegen die Leibeigenschaft sowie als Philosoph und Dichter.

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3 Kommentare

  1. Martin 15.01.2010

    Die Nazis verliehen auch den Namen der Schiller Universität und den der Luther Universität. Also allein kein Argument gegen Arndt. Aber das verschweigen die Arndt Gegner gern öffentlich…

  2. Donkey85 15.01.2010

    Das Schönste am Denunzieren von Toten ist, dass sie nicht dagegen klagen können. Lächerlich, einer Universität ist die ganze Debatte so unwürdig. Der Skandal ist, dass man darüber überhaupt eine Abstimmung geführt hat. Studenten urteilen per Mehrheitsbeschluss ob die Gesinnung von Arndt passt.

    Göring, na schön, da hat z.B. keiner richtig recherchiert, welche Rolle er eingenommen hat, oder wer sonst hätte das tun sollen? Vermute mal sein Amt verleiht, genauso wie jedes Bundesverdienstkreuz von unserem Bundespräsidenten vergeben wird.

    Das Schönste am Denunzieren von Toten ist, dass sie nicht dagegen klagen können.

  3. Wenn die auf Denunziation von allem und jedem unter dem Gesichtspunkt heutiger politischer Korrektheit fixierte Symbolpolitik allmählich sogar der Mehrheit der (dafür noch am ehesten empfänglichen) Hochschulstudenten auf die Nerven geht, stimmt das hoffnungsvoll.

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Mittwoch, 08. Feber 2012

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