Männer nach Überfall auf linke Szene vor Gericht
Rostock (ddp-nrd). Nach einem organisierten Überfall auf Anhänger der linken Szene müssen sich drei mutmaßliche Rädelsführer vor dem Rostocker Landgericht verantworten. Den Männern werden schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie das Landgericht am Donnerstag mitteilte. Der Prozess, der unter verstärktem Polizeischutz stattfinden wird, beginnt am 20. Januar. Vorgesehen sind zunächst fünf Verhandlungstage.
Die drei Angeklagten sollen am 30. Juni 2007 Anführer von rund 50 rechtsgerichteten Tätern gewesen sein, die eine Gruppe Linker in einem Zug Richtung Rostock überfallen hatten. Die etwa 50 bis 60 Linken waren auf dem Weg zu einer Protestveranstaltung am Rande einer NPD-Demonstration in Rostock. Die Angreifer rissen am Bahnhof in Pölchow zunächst Holzlatten aus einem Zaun und schlugen die Scheiben des Zuges ein.
Dann seien mehrere Insassen des Zuges geschlagen und bedroht worden, heißt es in der Anklage. Die Opfer erlitten zum Teil erhebliche Verletzungen wie Gehirnerschütterungen, Hämatome, Schnittwunden und Abschürfungen. Den Angeklagten wird vorgeworfen, die Anhänger der rechten Szene durch lautes Rufen zu weiteren Angriffen aufgefordert und auch selbst auf mehrere Personen eingeschlagen und eingetreten zu haben.
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