Uni lädt im Namensstreit zu öffentlicher Anhörung
Greifswald (ddp-nrd). Im Streit um ihren Namenspatron Ernst Moritz Arndt lädt die Universität Greifswald für Mittwoch zu einer öffentlichen Anhörung ein. Nach einer hochschulinternen Debatte Ende vergangenen Jahres solle es dann vor allem um außerwissenschaftliche Gesichtspunkte wie städtische, regionale, nationale und internationale Aspekte gehen, teilte der stellvertretende Vorsitzende des Universitätssenats, Thomas Schattschneider, am Donnerstag mit.
Unterdessen hat in Greifswald der Endspurt in der noch bis Freitag laufenden Urabstimmung im Namensstreit begonnen. Zu dem Votum über eine mögliche Namensänderung der Universität sind rund 12 300 Studenten aufgerufen. Nach Angaben der Initiative «Uni ohne Arndt» hatten sich bis Mittwoch rund 13,8 Prozent der Stimmberechtigten an der Abstimmung beteiligt. Eine endgültige Entscheidung über einen möglichen Verzicht auf den Namenspatron wird der Universitätssenat vermutlich am 17. März treffen.
Der umstrittene Name war 1933 durch den damaligen preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring der damals 477-jährigen Universität verliehen worden. Während Kritiker und Historiker den Namensgeber vor allem wegen dessen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus ablehnen, verwiesen Befürworter einer Namensbeibehaltung auf Arndts Verdienste im Kampf gegen die Leibeigenschaft sowie als Philosoph und Dichter.
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