Seenotretter bergen Kranken zu Fuß von einer Insel nahe Hiddensee
Vitte (ddp-nrd). Ein hilfsbedürftiger Inselbewohner ist am Dienstag von Seenotrettern zu Fuß übers Eis geborgen und auf die nahe gelegene Insel Hiddensee gebracht worden. Der 80-Jährige, der mit seiner Lebensgefährtin allein auf der Fährinsel wohnt, hatte gesundheitliche Probleme und brauchte ärztliche Hilfe, wie ein Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger am Dienstag sagte. Ein Boot kam wegen der geringen Wassertiefe und der Eisdecke nicht an die Fährinsel heran, der Einsatz eines Hubschraubers sei bei der Witterung nicht möglich gewesen.
Die Seenotretter ließen sich mit einem Schiff so weit wie möglich an die Fährinsel bringen und legten die letzten Meter mit einem Schlauchboot im Schlepptau zurück. Der erkrankte Mann wurde in wärmende Decken gehüllt und ins Boot gesetzt, das die Retter die 200 Meter zur Insel Hiddensee zogen. Die Ostsee ist in dieser Fuhrt nur 50 Zentimeter tief und teilweise überfroren. Die Seenotretter brachen deshalb immer wieder ins eiskalte Wasser ein, wie der Sprecher sagte.
An Land wurde der Gerettete an den Sanitätsdienst übergeben, der den Weitertransport in ärztliche Obhut organisierte. In einem zweiten Durchgang wurde dann die Frau in Sicherheit gebracht.
Das Paar lebt auf der kleinen, etwa 40 Hektar großen Fährinsel, um zu wissenschaftlichen Zwecken die Flora und Fauna zu beobachten. Für Besucher ist das unter Naturschutz stehende Eiland gesperrt. Früher verlief der Fährverkehr zwischen Rügen und Hiddensee über diese vorgelagerte Insel. Er wurde 1952 eingestellt. Seitdem ist die Insel Rastplatz tausender Vögel und Weideplatz für Gotlandschafe.
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