Studenten bereiten Urabstimmung über Uni-Umbenennung vor
Greifswald (ddp-nrd). Mit der Herausgabe einer Sonderzeitung bereiten Studenten der Universität Greifswald die für nächste Woche geplante Urabstimmung über eine mögliche Ablegung des Namens von Ernst Moritz Arndt (1769-1860) vor. Die am Dienstag in Greifswald vorgestellte «Zeitung zur Urabstimmung» fasse auf insgesamt 18 Seiten nochmals die Argumente der Arndt-Gegner und Arndt-Befürworter zusammen, sagte der Sprecher der Initiative «Uni ohne Arndt», Sebastian Jabbusch. Das kostenlose Blatt sei in einer Auflage von 4500 Exemplaren gedruckt worden und solle auch an Greifswalder Einwohner verteilt werden.
An der Universität sind vom 11. bis 15. Januar rund 12 300 Studenten aufgerufen, in einer Abstimmung über eine mögliche Ablegung des Universitätsnamens zu entscheiden. Der umstrittene Name war 1933 durch den damaligen preußischen Ministerpräsdenten Hermann Göring der damals 477-jährigen Alma mater verliehen worden. Während Kritiker und Historiker den Namensgeber vor allem wegen dessen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus ablehnen, verwiesen Befürworter einer Namensbeibehaltung auf Arndts Verdienste wie dessen Kampf gegen die Leibeigenschaft sowie als Philosoph und Dichter.
Nach mehreren öffentlichen Debatten, einer wissenschaftlichen Anhörung durch die Senatskommission der Universität und einer für Samstag geplanten Umbenennungsparty unter dem Motto «Das ist nicht unser Ernst» hoffe man, dass mindestens 60 Prozent der Befragten für die Namensänderung votierten, sagte Jabbusch. Eine endgültige Entscheidung darüber muss der Universitätssenat fällen.
Ebenfalls Lesenswert:
- Senat stimmt für Beibehaltung des Namens Ernst-Moritz-Arndt-Uni
- Urabstimmung über Uni-Umbenennung in Greifswald gestartet
- Liedermacher Wecker plädiert für Umbenennung der Uni Greifswald
- Uni-Abstimmung: Nur 44,4 Prozent für Namensänderung
- Uni lädt im Namensstreit zu öffentlicher Anhörung
