Arbeitgeberverbände fordern Unterstützung für Metall-Industrie
Hamburg (ddp-nrd). Das Jahr 2010 wird aus Sicht der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie zum Schicksalsjahr für die Firmen. «Die Unternehmen haben die heftigste Rezession seit Kriegsende erlebt», sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord, Thomas Klischan, am Montag in Hamburg. Die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie verzeichne ein Minus von 34 Prozent bei den Aufträgen, einen Rückgang von 29 Prozent bei der Produktion und einen historischen Tiefstand bei der Auslastung von unter 70 Prozent. Die Unternehmen bräuchten mit Blick auf die künftigen Tarifforderungen auch jede Unterstützung von den Gewerkschaften.
Auch wenn die jüngste Konjunkturumfrage unter Nordmetall-Mitgliedern die schlechteste Stimmung seit zwölf Jahren zeigt, rät Klischan zur Zuversicht: «Wer 2009 durchlebt hat und 2010 überlebt, der kann 2011 wieder aufleben.» Die meisten Firmen hätten das ablaufende Jahr für Produktverbesserungen und Neuentwicklungen genutzt und wertvolle Fachkräfte durch Kurzarbeit für den nächsten Aufschwung gesichert. Allerdings sei die Liquidität bei vielen Firmen aufgezehrt, das Eigenkapital gesunken. Folglich befürchtet Klischan weitere Insolvenzen und Stellenabbau.
Nach Einschätzung des Hauptgeschäftsführers sind Staat und Banken gefordert. Die Banken hätten die Pflicht zu einer Aufschwung initiierenden Kreditvergabe. Die Bundesregierung sollte die Spekulation über steigende Beiträge für die Arbeitslosenversicherung beenden, forderte Klischan. Sie müsse ferner die verlängerte Kurzarbeit weiterhin so günstig gestalten wie 2009.
In den Arbeitgeberverbänden Nordmetall und AGV Nord sind den Angaben zufolge etwa 500 Metall- und Elektrounternehmen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Nordwest-Niedersachsen organisiert.
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