Pipelinebau beschert Fährhafen Sassnitz Umschlagszuwachs
Mukran (ddp-nrd). Der bevorstehende Bau der deutsch-russischen Ostseepipeline Nord Stream hat dem Fährhafen Sassnitz auf Rügen in diesem Jahr einen beträchtlichen Umschlagszuwachs im konventionellen Bereich beschert. Nach Angaben des Unternehmens in Mukran vom Montag wurden bislang bereits mehr als 303 000 Tonnen ummantelte Rohrsegmente zum schwedischen Zwischenlager Karlskrona verschifft.
Die im August aufgenommenen Schiffstransporte seien inzwischen noch einmal erweitert worden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Seit dem 8. Oktober pendelten jetzt zwei Schiffe zwischen den beiden Basisstandorten für den Erdgastrassenbau quer durch die Ostsee. Täglich würden 155 Rohre geladen, die zuvor im benachbarten Rohrummantelungswerk Mukran für die im Frühjahr beginnende Verlegung vorbereitet worden seien.
Neben dem Fährgeschäft nach Schweden, Litauen und Russland etabliert sich der 1986 gebaute Hafen zunehmend auch als Umschlagsplatz im konventionellen Bereich. Allein seit April wurden nach Hafenangaben in Mukran 257 000 Tonnen Massen- und Stückgut, rund 57 600 Tonnen Seekies sowie 29 400 Tonnen Fisch umgeschlagen. Zu den spektakulärsten Transporten gehörte die Überführung neuer ICE-Breitspurzüge für die russische Bahn sowie der Transport eines 100 Tonnen schweren italienischen Konverters für eine russische Chemieanlage. Derzeit wird in Mukran ein neunter Liegeplatz errichtet, über den künftig auch große Windkraftanlagen für Offshore-Parks in der Ostsee verschifft werden können.
Ebenfalls Lesenswert:
- Breitspur-ICE von Siemens für russische Bahn verladen (Mit Bildern)
- Erste Container im Fährhafen Sassnitz verschifft
- Hafen Vierow wird für 4,7 Millionen Euro ausgebaut
- Fast alle Rohre für den ersten Pipelinestrang mit Beton ummantelt
- Polizei untersagt Schwertransport die Weiterfahrt
