Straßenzeitungen finden zu Weihnachten mehr Käufer als sonst
Rostock (ddp-nrd). Die beiden Straßenzeitungen in Mecklenburg-Vorpommern finden alljährlich zu Weihnachten mehr Käufer als in den anderen Wochen des Jahres. Der Rostocker «Strohhalm»-Verlag erhöht die Ausgabe im Dezember um 1000 Stück auf 7000, die Schweriner Zeitung «die straße» druckt 6500 statt 600 Exemplare. Auch die Spendenbereitschaft der Leute sei größer als in den anderen Monaten, sagte eine Sprecherin in Rostock. Beide Zeitungen sind im kommenden Jahr 15 Jahre auf dem Markt.
Das Geschäft sei mühsam, sagte Babette Limp-Schelling vom Rostocker Verein Wohltat, der neben der Straßenzeitung auch eine Suppenküche, eine Tafel, eine Schneiderei und eine Werkstatt betreibt. «Aber wir sind trotzdem guter Dinge, dass es den ‘Strohhalm’ noch lange geben wird.» Die Spendenbereitschaft großer Unternehmen in der Region sei nicht so groß und auch nicht beständig. Dennoch hielten einige Firmen dem Verein schon über Jahre die Treue. Was in Zeiten der Wirtschaftskrise eher nicht nachgelassen habe, seien private Spenden, sagte Limp-Schelling.
Über die Jahre hat sich Auflage der einzigen Rostocker Straßenzeitung sogar erhöht. Wurden zu Beginn 4000 Exemplare alle zwei Monate verkauft, sind es jetzt 6000 monatlich, zu Weihnachten sogar 7000. In der Wirtschaftskrise spürbar sei der Rückgang der ohnehin wenigen Anzeigen. «Das gehört im Osten noch nicht zum guten Ton, in einer Straßenzeitung zu inserieren. Im Westen hingegen findet sich sogar ein Feinkostladen, der eine Anzeige schaltet», sagte Limp-Schelling.
Bundesweit gibt es 42 Straßenzeitungen, jedoch nur fünf in den neuen Bundesländern außer Berlin. Unter den ostdeutschen Zeitungen ist der «Strohhalm» eine der auflagenstärksten. Im Westen hingegen gibt es Straßenzeitungen mit bis zu 100 000 Exemplaren pro Druck.
(folgt Korrespondentenbericht bis 12.00, ca. 50 Zeilen)
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