Caffier akzeptiert Entscheidung zum Umgang mit Ex-SED-Mitglied
Schwerin (ddp-nrd). CDU-Landeschef Lorenz Caffier hat sich hinter die Entscheidung des CDU-Kreisverbands Neubrandenburg gestellt, mit Frank Benischke ein ehemaliges SED-Mitglied zum Kreisvorsitzenden der Union zu wählen. Die Landes-CDU akzeptiere den Beschluss, denn vor Ort könnten individuelle Beurteilungen und Entscheidungen am besten reifen, sagte Caffier am Mittwoch in Schwerin. Der 45-jährige Benischke hatte einem Bericht von NDR 1 Radio MV zufolge vor anderthalb Wochen kurz vor seiner Wahl eingeräumt, Politoffizier der NVA und SED-Mitglied gewesen zu sein. Seit 1993 ist er CDU-Mitglied.
20 Jahre nach dem Fall der Mauer müsse Versöhnung mit dem einzelnen Menschen möglich sein, nicht mit dem System, stellte Caffier klar. Deshalb gebe es mit der Union keinen Schlussstrich unter die Aufarbeitung des DDR-Unrechts. «Wer sich hingegen öffentlich und ohne Beschönigung dazu bekennt, zu DDR-Zeiten Mitglied in der SED gewesen zu sein und erkannt hat, der tragenden Säule des Unrechtsstaates angehört zu haben, darüber hinaus keine Verbindungen zur Stasi gehabt hat und sich nach der Wende zur CDU und ihren Werten bekennt, demjenigen sollte eine Möglichkeit gegeben werden», unterstrich der CDU-Landeschef.
Caffier verwies darauf, dass Benischke in den vergangenen Jahren in vielen Funktionen bewiesen habe, dass er für die christdemokratische Sache einstehe. Die Neubrandenburger hätten eine Entscheidung aufgrund des Verhaltens von Benischke in den 20 Jahren nach der Wende gefällt. «Wichtig ist doch das, was ein Mensch heute macht, wofür er heute eintritt», fügte Caffier hinzu. Offenheit und Ehrlichkeit der Vergangenheit und Zukunft gegenüber seien die Voraussetzungen für wirkliche Aufarbeitung und mögliche Versöhnung mit einzelnen Menschen.
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