Plan zur Verlegung des Rostocker Stasi-Archivs überrascht Mitarbeiter

Waldeck (ddp-nrd). Die geplante Verlegung des Rostocker Stasi-Archivs nach Schwerin stößt bei den Mitarbeitern der drei Außenstellen der Bundesbehörde für Stasiunterlagen auf Verwunderung. Diese Entscheidung sei intern erst am Montag, zwei Tage vor Veröffentlichung bekanntgegeben worden, sagte der Leiter der Rostocker Außenstelle, Volker Höffer, am Mittwoch. Bislang war mittelfristig immer die Schließung der Neubrandenburger Dienststelle im Gespräch.

In Waldeck bei Rostock lagere das mit 3,4 Kilometer Aktenbestand größte Stasi-Archiv des Landes, sagte Höffer. Pro Monat gebe es bis zu 350 neue Anträge auf Akteneinsicht, das sei ein Drittel mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Eine Verlegung der Bestände sei noch nie durchgespielt worden. «Die Entscheidung aus Berlin hat uns sehr überrascht», sagte Höffer. Wie viele seiner rund 50 Mitarbeiter mittelfristig nach Schwerin gehen müssten, könne er noch nicht sagen.

Zugleich zeigte sich Höffer aber zufrieden, dass Antragstellung und Akteneinsicht, öffentliche Veranstaltungen und politische Bildungsarbeit weiterhin in Rostock und Waldeck möglich sein sollen. Die Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen hatte zuvor mitgeteilt, dass sie die Zahl ihrer gegenwärtig zwölf regionalen Archivstandorte auf acht verringert. Die Aktenbestände in Rostock sollen nach Schwerin, die in Magdeburg nach Halle und die in Gera und Suhl nach Erfurt umziehen.

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Montag, 21. Mai 2012

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