Prozess um die «Nixe von Boltenhagen» fortgesetzt

Grevesmühlen (ddp-nrd). Der Prozess um das mysteriöse Verschwinden der «Nixe von Boltenhagen» ist am Montag am Amtsgericht Grevesmühlen fortgesetzt worden. Die beiden angeklagten ehemaligen Inhaber der Firma «Nymphenworld» aus dem südpfälzischen Wörth müssen sich wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten. Sie hatten 2006 den Diebstahl der lebensgroßen Bronzestatue am Strand des mecklenburgischen Ostseebades angezeigt, sollen laut Anklage aber selbst für den Abbau verantwortlich gewesen sein. Zum Prozessauftakt Anfang November hatten die 27-Jährige und der 31-Jährige die Aussage verweigert.

Die Figur war Anfang 2005 über Nacht am Ostseestrand aufgestellt worden. Nachdem sich zunächst niemand zu dem Kunstwerk bekannte, beanspruchte wenige Monate später die Firma «Nymphenworld» die Vermarktungsrechte an der Skulptur. Die Folge war ein Streit mit den Gewerbetreibenden des Ortes, die für Werbung oder Darstellungen der Nymphe auf ihren Artikeln eine Gebühr zahlen sollten. Ende Februar 2006 war die Figur plötzlich wieder verschwunden.

Die Angeklagten stellten Strafanzeige bei der Polizei und beschwerten sich später beim Landeskriminalamt über die ihrer Meinung nach schleppenden Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft sieht es dagegen als erwiesen an, dass sie den Abbau der Nixe selbst organisierten. Hintergrund soll die Idee gewesen sein, dieselbe Statue am Strand vor Lübeck aufzustellen, um dort ein ähnliches Vermarktungsmodell wie in Boltenhagen zu starten.

Seit April 2007 steht tatsächlich eine Nixe am Priwall von Travemünde, dem Strandbereich von Lübeck. Nun soll der Hersteller der Boltenhagener Bronzestatue klären, ob es sich bei dem Lübecker Modell um dieselbe Nixe wie die aus seiner Werkstatt handelt.

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Donnerstag, 02. September 2010

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