Deutscher Seegüterumschlag soll 2010 wieder wachsen
Hamburg (ddp-nrd). Die deutschen Seehäfen erwarten für das kommende Jahr wieder ein Wachstum. Die Talsohle sei durchschritten, sagte der Präsident des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Detthold Aden, am Mittwoch in Hamburg anlässlich der Jahrestagung des Verbands. Bereits im zweiten Quartal des laufenden Jahres sei der Güterumschlag im Vergleich zum ersten Quartal wieder um 2,7 Prozent angezogen. Der Weg aus der Finanz- und Wirtschaftskrise sei jedoch noch mühsam, sagte Aden. Für 2010 prognostiziert der Verband ein leichtes Wachstum von drei Prozent auf 273 Millionen Tonnen.
Für 2009 rechnet der ZDS mit einem Umschlagseinbruch von voraussichtlich 16 Prozent auf 265 Millionen Tonnen. Als Gründe nannte Aden nach den positiven Auswirkungen der Globalisierung den jüngsten Rückgang der Auslandsnachfrage und des Welthandels. Nach einem Jahrzehnt stetigen Wachstums hatten die deutschen Seehäfen im vergangenen Jahr mit 318 Millionen Tonnen noch ein Rekordergebnis eingefahren.
Um den Güterumschlagsrückgang aufzufangen, haben die Seehäfen umfangreiche Einsparungen eingeleitet und etwa Kurzarbeit angemeldet. Jedoch seien weitere Schritte notwendig, sagte Aden. So forderte der ZDS die Gewerkschaft ver.di auf, einem sogenannten Krisenbewältigungstarifvertrag zuzustimmen. Damit sollen Personalkosten zwischen 15 und 20 Prozent eingespart und die Beschäftigung in den Häfen auch 2010 gesichert werden. Der Vertrag soll zeitlich befristet werden. Die Verhandlungen beginnen im kommenden Jahr.
Die deutschen Seehäfen beschäftigen laut ZDS knapp 12 000 Hafenarbeiter.
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