Ausstellung stellt Grabungsfunde an Erdgastrasse OPAL vor
Anklam (ddp-nrd). Einen Überblick über bedeutende Grabungsfunde auf der 104 Kilometer langen Baustelle der künftigen Erdgastrasse OPAL (Ostseepipeline-Anbindungsleitung) vermittelt ab Donnerstag (19. November) eine Ausstellung im Anklamer Steintor. Gezeigt werden archäologische Entdeckungen von fast 30 Grabungsplätzen, wie Projektleiter Lars Saalow vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege am Mittwoch mitteilte.
Die Fundstücke, darunter Keramikscherben, Speerspitzen, Gefäße und Schmuckgegenstände, reichen vom Mittelalter bis in die Mittelsteinzeit. In Vitrinen präsentiert und auf Schautafeln erläutert werden zum Beispiel Urnen und Grabbeigaben, die erst kürzlich auf slawischen und bronzezeitlichen Gräberfeldern bei Steinfurth freigelegt wurden.
Vorgestellt wird Keramik aus verschiedenen Zeitetappen sowie eine 3000 Jahre alte Bronze-Pinzette zur Körperpflege, die nahe Butzow bei Anklam ausgegraben wurde. Von besonderem Interesse sei der Fund einer kleinen Goldmünze in den Resten einer slawischen Siedlung bei Gustebin, sagte Saalow. Die nur etwa einen Zentimeter große Münze stamme aus dem 6. bis 7. Jahrhundert nach Christus und sei offenbar als schmückender Anhänger benutzt worden.
Die Ausstellung «Schätze aus dem Leitungsgraben» ist bis Ende Februar in Anklam und anschließend in Pasewalk zu sehen. Ähnliche Ausstellungen werden derzeit auch in Sachsen und Brandenburg gezeigt.
Ebenfalls Lesenswert:
- Pommernmuseum zeigt Funde aus dem OPAL-Graben
- Museum Stralsund zeigt seltene Keramik-Fundstücke aus der Slawenzeit
- Jungslawische Siedlung auf künftiger OPAL-Trasse entdeckt
- Bronzezeitliche Siedlungsreste bei Mukran entdeckt
- Silberschatz von Anklam wird erstmals öffentlich präsentiert (mit Bild)
