Unbekanntes Bauwerk in Stralsunder Altstadt ausgegraben
Stralsund (ddp-nrd). In der Stralsunder Altstadt haben Bauarbeiter ein bislang unbekanntes Bauwerk ausgegraben. Bei der Sanierung einer Straße unmittelbar neben dem Alten Marktplatz seien sie nur wenige Zentimeter unter dem Straßenpflaster auf ein gemauertes Karree gestoßen, sagte Gunnar Möller von der städtischen Denkmalbehörde am Dienstag.
Die vermutlich in der Renaissance gebauten Grundmauern reichten mindestens bis in drei Meter Tiefe. Die weitere Grabung musste aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen abgebrochen werden. «Der einstige Zweck des schachtartigen Gebildes wird vermutlich ein Rätsel bleiben», sagte Möller. Es gebe nur sehr vage Vermutungen. Möglicherweise sei das in keiner historischen Stadtkarte verzeichnete Bauwerk einst eine Latrine der schwedischen Wachgarnison gewesen. Nicht auszuschließen sei aber auch, dass es sich hier um ein früheres Wassersammelbecken handele, das einen öffentlichen Brunnen auf dem benachbarten Marktplatz gespeist habe.
Der Fund soll nun gesichert und vorsorglich abgedeckt werden, bevor die Straße wieder gepflastert wird. Derzeit werden in vielen Straßen der zum Weltkulturerbe ernannten Stralsunder Altstadt moderne Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt.
(folgt Korrespondentenbericht bis 14.30 Uhr; ca 45 Zeilen)
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