Streit um Publikation aus Kempowski-Nachlass
München (ddp-nrd). Der Knaus Verlag hat sich gegen den Vorwurf verwahrt, ein Manuskript des 2007 verstorbenen Autors Walter Kempowski wegen des angeblich zu großen verlegerischen Risikos nicht zu veröffentlichen. «Kempowski hat sich ganz bewusst entschlossen, diese Materialien nicht in ‘Alkor’, seinem Tagebuch des Jahres 1989, zu verwenden», sagte Knaus-Verleger Wolfgang Ferchl dem Nachrichtenmagazin «Focus». Er fügte hinzu: «Wer jetzt nachträglich daraus einen Text komponiert, hat nicht genügend Respekt vor der Schaffenskraft des Autors.»
Die Zeitung «Welt am Sonntag» hatte kürzlich Stimmen von 30 Zeitzeugen des Mauerfalls publiziert, die Kempowski zusammengetragen hatte und die sich in seinem Nachlass befanden.
Kempowski wurde am 29. April 1929 als Sohn eines Reeders in Rostock geboren, er starb am 5. Oktober 2007 im niedersächsischen Rotenburg (Wümme). Zu seinen größten Werken gehören das »Echolot« und die »Deutsche Chronik”.
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