Offenbar erneut Schreiadler aus Brandenburg in Nahost abgeschossen

Hamburg (ddp-nrd). In Nahost sind nach Angaben deutscher Ornithologen in diesem Jahr offenbar erneut Schreiadler aus Brandenburg auf ihrem Weg in ihre afrikanischen Winterquartiere illegal abgeschossen worden. Von vier der acht mit Sendern ausgestatteten Männchen würden keine Signale mehr empfangen, sagte der Vorsitzende der Weltarbeitsgruppe für Greifvögel und Eulen, Professor Bernd-Ulrich Meyburg, am Montag in Hamburg. Die seltenen Tiere seien mit hoher Wahrscheinlichkeit Wilderern zum Opfer gefallen.

Projektleiterin Margit Meergans von der Deutschen Wildtier Stiftung bezeichnete die diesjährigen Verluste als katastrophal. Damit seien 20 Prozent der gesamten Population in Brandenburg vernichtet worden. Ersten Auswertungen zufolge sollen zehn Jungadler unbeschadet die für sie gefährlichen Länder Syrien, Libanon und die südliche Türkei überflogen haben und auf dem Weg in die südafrikanischen Winterquartiere sein. Ein Altadler ist unversehrt in Angola gelandet.

«Die Zeit für das Überleben der seltenen Greifvögel ist knapp geworden,» sagte Meergans. Sie forderte einen besseren Schutz der Tiere auf ihren rund 10 000 Kilometer langen Zugwegen und die Ratifizierung des Afrikanisch-Eurasischen Greifvogelschutzabkommens.

Schreiadler gehören in Deutschland zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten. Derzeit gibt es nur noch etwa 100 Brutpaare, die in den Sommermonaten in Mecklenburg-Vorpommern und im Nordosten Brandenburgs ihre Jungen aufziehen.

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Donnerstag, 09. Feber 2012

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