Kuhn fordert Verlängerung der Transeuropa-Bahn nach Rostock
Brüssel (ddp-nrd). Die von der EU geplante transeuropäische Bahnstrecke von Palermo (Italien) nach Berlin und Hamburg muss nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns EU-Abgeordnetem Werner Kuhn (CDU) über Rostock und Gedser nach Kopenhagen ausgebaut werden. Bei der bis 2010 zu überarbeitenden Prioritätenliste müsse Mecklenburg-Vorpommern in das Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz eingebunden werden, forderte Kuhn am Donnerstag in Brüssel.
Er verwies darauf, dass die Fahrt zwischen Kopenhagen und Berlin über Rostock um 130 Kilometer kürzer sei als die Strecke über die geplante Fehmarnbelt-Querung. «Mit einer weitergeführten Trasse könnten wir auch Güterverkehr aus dem Adria-Raum aufnehmen», fügte Kuhn hinzu.
Er erinnerte daran, dass sich Österreich, die Slowakei, Tschechien und Polen für den Ausbau des Korridors zum Baltikum starkgemacht hatten. Ebenso müsse eine leistungsfähige Achse von der Öresundregion über Kopenhagen und Rostock, Berlin, Prag und Wien zur Adria geschaffen werden, von wo aus Güter über den Suezkanal bis nach Asien weitertransportiert würden, sagte er.
Wenn der Nord-Süd-Verkehr nach dem Brückenschlag über den Fehmarnsund ab 2018 vorrangig über Hamburg führen werde, drohten drastische Einbrüche im Fährverkehr über die Ostsee, warnte Kuhn. Das würde enorme wirtschaftliche Konsequenzen für die Rostocker Reederei Scandlines GmbH haben, die derzeit mit 17 Fährschiffen insgesamt acht Linien zwischen elf Häfen im Ostseeraum betreibe und jährlich rund 17,5 Millionen Passagiere, 3,6 Millionen Pkw, eine Million Lkw, 84 000 Bahnwaggons sowie 69 000 Busse befördere.
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