Auslöser für tödlichen Bärenkampf in Stralsund weiter unklar
Stralsund (ddp-nrd). Nach einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Braunbären im Stralsunder Zoo suchen Pfleger und Tierparkleitung nach den Ursachen des Vorfalls. Beide Tiere hätten sich in der Paarungszeit sehr interessiert aneinander gezeigt, sagte Zoo-Chef Christoph Langner am Montag. Warum Balou seine Gefährtin Clara am Samstagnachmittag nach einer kleinen Auseinandersetzung angriff und tot biss, sei völlig unklar. «Wir sind schockiert, wir können und das Verhalten nicht erklären», sagte Langner.
Die Syrische Braunbärin lebte seit fast zwei Jahren im Stralsunder Tierpark. Im Herbst vergangenen Jahres kam Artgenosse Balou aus dem französischen Zoo Montpellier dazu. Nach einer langen Eingewöhnungszeit lebte das Bärenpaar seit Sommer gemeinsam auf der Anlage. Die Bärin habe Balou lange auf Abstand gehalten, sei aber in den vergangenen Wochen deutlich entspannter geworden, sagte Langner. Auch der Bär habe die Gesten des Weibchens stets akzeptiert und über Annäherungsversuche wie Wasserspritzen den Kontakt gesucht.
Was genau der Auslöser für die brutale Attacke des Bären auf seine Gefährtin war, wird den Angaben zufolge kaum noch nachzuvollziehen sein. Schockierte Besucher hatten schnell die Pfleger alarmiert, diese konnten den wütenden Bären aber auch mit Feuerlöscher und Knallern nicht von seinem Opfer ablenken. Die tote Bärin wird derzeit im Rostocker Landesveterinäramt untersucht.
Der Zoo wollte sich am Montag noch nicht zur Zukunft der Bärenhaltung äußern. Dafür sei es noch zu früh, sagte Langner. Seit 1961 werden in Stralsund ohne Unterbrechung Braunbären gehalten, seit 2003 hat der Tierpark eine großzügige Bärenanlage.
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