Agrarforscher bauen neues Maushaus für Tierversuche
Dummerstorf (ddp-nrd). Das Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere in Dummerstorf bei Rostock erhält ein neues Modelltierlabor. Das sogenannte Maushaus wird Heimstatt für rund 6000 Mäuse sowie Arbeitsplatz für rund 20 Wissenschaftler und Mitarbeiter, wie ein Institutssprecher am Montag am Rande der Grundsteinlegung sagte. Der Neubau koste rund 5,6 Millionen Euro, er soll 2011 übergeben werden.
Anhand von Mäusen untersuchen die Agrarforscher Fragen etwa zu Muskelzuwachs und Fruchtbarkeit hochleistungsfähiger Nutztiere. Der Nutzen der Dummerstorfer Versuchstiere liegt in den kurzen Generationsintervallen und deutlich niedrigeren Haltungskosten. Einen internationalen Ruf haben sich die Dummerstorfer durch sogenannte Mauslinien, seit 35 Jahren nach bestimmten Parametern selektierte Mausfamilien, erworben. In dem Institut werden zudem die mit 130 Gramm vermutlich weltweit schwerste und die mit rund 1800 Tagen älteste Labormaus gehalten.
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Tierversuche sind sogar dann umstritten, wenn man glaubt (sicher ist dies ja mangels Übertragbarkeit nicht), wertvolle Erkenntnisse für den Menschen aus ihnen zu gewinnen. Man argumentiert dann: Lieber die Maus, als der Mensch - obgleich es auch Wissenschaftler gibt, die die neben der Tierschutzproblematik auch die Effektivität dieser Versuche bezweifeln und daher die stärkere Förderung von Alternativmethoden fordern.
Mäuse können in steriler Haltung zumeist nicht artgerecht gehalten werden. Gentechnische Veränderungen bedeuten viele unerwartet3e Nebenwirkungen, bedeuten so gut wie immer Leiden für die betroffenen Tiere.
Selbst die Menschen, die Tierversuche befürworten würden, wenn es um menschliche Gesundheit geht, lehnen Tierversuche in der Regel für rein wirtschaftliche Zwecke ab.
Es ist daher total unverständlich, warum ein solches Labor genehmigt wird! Immerhin steht der Tierschutz mittlerweile im Grundgesetz - oder ist dies nur schön bedrucktes Papier? Tiere leiden zu lassen, um andere, auch in der Massentierhaltung leidende Tiere zu noch höherer Leistung zu bringen - das ist aus meiner Sicht - und auch der so gut wie aller Menschen, mit denen ich z. B. an Infoständen spreche - ethisch inakzeptabel!
Ich kann mich meiner Vor”schreiberin” nur anschließen.
Leider muss und/oder darf der Büger die Qualen der Tiere nicht sehen, sonst, so meine Hoffnung, gäbe es mehr Widerspruch aus der Öffentlichkeit. Entspricht es nicht unserer Moral, Schwache und Hilflose zu schützen? Weshalb macht unsere Moral vor den nicht-menschlichen Tieren Halt?
Und abgesehen davon: Wie kann es sein, dass für ein einziges Tierversuchs-Gebäude 5,6 Millionen Euro (spätere Haltungskosten, Energiekosten und Gehälter sind hier ja noch nicht inbegriffen) ausgegeben werden, wohingegen jährlich in die Erforschung tierversuchsfreier Methoden gerade mal 2-3 Millionen fließen? Steuerzahler haben keine Wahl. Sie finanzieren Tierversuche automatisch mit, ganz gleich, ob sie sie befürworten oder sie als das sehen, was sie wirklich sind: Gewalt gegen Tiere.
Mäuse als Modell für Nutztiere wie Schafe, Ziegen, Schweine und Rinder zu nehmen, mutet irgendwie grotesk an, denn bekanntlich sind noch nicht einmal am Tiermodell „Schwein“ gewonnene medizinische Erkenntnisse trotz großer physiologischer Übereinstimmungen auf den Menschen übertragbar.
Triebfeder dürfte einmal mehr die grundgesetzlich garantierte “Freiheit der Wissenschaft” sein.
Seit dem Auftreten der Vogelgrippe auf Rügen und der anschließend künstlich geschürten, angeblichen Pandemie-Gefahr versteht es der Wissenschaftsbetrieb hervorragend, sich als “perpetuum mobile” zu gerieren, weil die Quelle der Forschungsgelder schier unerschöpflich erscheint … trotz leerer Staatskassen und unvorstellbar hoher Staatsschulden. Wissenschaftler brauchen nur ein plausibel erscheinendes Forschungsziel anzugeben und sei es angesichts der zunehmend offenbar werdenden Welternährungskrise eine Steigerung der Effizienz in der Nutztierhaltung.
Dabei werden die Organismen der für die Nahrungsmittelproduktion gehaltenen Tiere schon jetzt extrem überfordert: Ein Masthuhn wiegt beim Schlüpfen etwa 42g und wird durch von Wissenschaftlern “optimiertes” Futter binnen fünf Wochen auf 1950g gemästet, also auf das gut 46-fache “Startgewicht”. Bezogen auf ein neugeborenes Menschenkind von 3.200g wären das bis zur beginnenden Pubertät etwa 147.200g, also 147kg! Doch es handelt sich ja “nur” um Tiere, denen man derartiges zum Vorteil des Menschen antun darf.
Dabei ließe sich der Hunger in der Welt leicht ausschalten, wenn wir tierische Produkte nur in Maßen statt in Massen konsumieren würden. Aber statt uns gesund zu ernähren, kaufen wir den Soja- und Getreide-Weltmarkt leer, um diese hochwertigen Grundnahrungsmittel verlustreich über unsere ausufernde zu “veredeln” (wie wir den Wahnsinn beschönigend nennen), so daß auf diesem Umweg etwa 90% der Nahrungsmittel verlorengehen. Wie formulierte es doch der UN-Sonderbeauftragte für das Menschenrecht auf Nahrung, der Schweizer Jean Ziegler? Es verhungert heute eigentlich niemand mehr, denn die Hungernden werden genaugenommen ermordet.
Sinnvoller als Mäuse auf hohe Mastleistung zu züchten, um die Ergebnisse möglicherweise auf Nutztiere übertragen zu können, wäre es , Steuermittel für die Ernährungsaufklärung bereitzustellen, damit wir uns nicht weiterhin billig krank essen, um anschließend über hohe Krankheits(kurierungs)kosten zu lamentieren … vom Verlust an Lebensqualität nicht nur der Kranken, sondern auch der sie pflegenden Menschen ihres sozialen Umfeldes ganz zu schweigen!
Wenn das Geld lockt, dann gibt es keine Gemeinheit, die es nicht gibt: noch mehr Fleisch zum Fressen, noch effizienter “erzeugt”, noch billiger angeboten.
Bon appétit!
Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich sagen: die Dummerstorfer Wissenschaftler machen ihrem Namen alle Ehre.
Ob die schon bemerkt haben, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind? Und noch ein Tipp: es gibt sie (Gott sei Dank), die ÄRZTE GEGEN TIERVERSUCHE!!!
Entsetzlich !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!1
U.H.
Es ist wirklich schwer vorstellbar, dass Menschen diesen Wahnsinn mit ihrem Gewissen vereinen können. Aus tiefstem Herzen stimme ich meinen Vor”schreibern” bei.
Ein Tierquallabor mit Meerblick - wo uns die Exzesse der Konsumwelt doch hinbringen!
Ich bin geschockt.