Jäger und Bauern wollen Jagd auf Schwarzwild verstärken

Ludwigslust (ddp-nrd). Jäger, Landwirte und Jagdpächter wollen die Jagd auf die sich weiterhin stark vermehrenden Wildschweine in Mecklenburg-Vorpommern verstärken. Auf einer Fachtagung in Ludwigslust verständigten sich am Samstag Vertreter von Jagd- und Bauernverbänden auf gemeinsame Maßnahmen, um den Druck auf die Schwarzwildbestände zu erhöhen, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Damit sei erstmals eine gemeinsame Strategie für all jene gefunden worden, für die der hohe Schwarzwildbestand und die zunehmende Seuchengefahr ein Problem seien, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD).

Der Maßnahmeplan sieht unter anderem die Einführung eines landesweiten Abschussmeldesystems, revierübergreifende Schwarzwildjagden und eine verstärkte Jagd nach der Ernte vor. Darüber hinaus verpflichteten sich Landwirte, unmittelbar neben größeren Mais- und Rapskulturen sowie an Feuchtgebieten niedrig wachsende Kulturen zu pflanzen, um die Jagd auf die Schwarzkittel zu erleichtern.

Im vergangenen Jahr waren im Nordosten Deutschlands etwa 75 900 Wildschweine erlegt worden, rund 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dennoch gingen die Schwarzwildbestände nicht zurück.

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2 Kommentare

  1. Wildschwein-Problem ist von Jägern gemacht!

    Kaum ist es Herbst geworden, sind sie wieder da, die vielen Meldungen in der Presse: Eine explosionsartige Vermehrung von Wildschweinen bedrohe die Landwirtschaft. Wildschwein-Horden würden unsere Städte und Dörfer heimsuchen. Der Straßenverkehr sei gefährdet durch Wildschweine auf der Fahrbahn… Ein nahezu apokalyptisches Bild wird da gezeichnet. Wie gut, dass es die Jäger gibt, unsere Retter in der Not. - Aber Moment mal: Wird da nicht der Bock zum Gärtner gemacht? Warum ist denn die Sozialstruktur der Wildschweine so aus den Fugen geraten?

    Norbert Happ, der bekannteste Wildschweinkenner in Deutschland, - selber Jäger - ist überzeugt: Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht! Denn für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: »Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten«, so Happ.

    Mutter Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine, die Leitbachen, sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden. Männliche Tiere (Keiler) statten den Rotten nur Besuche zur Paarung ab. Fehlen die Leitbachen, weil sie bei der Jagd getötet wurden, löst sich die Ordnung auf: Führungslose Wildschweine brechen in die Felder ein. Und junge Bachen sind schon unter einem Jahr empfängnisbereit und bekommen Frischlinge. “Während früher Wildschweine einmal im Jahr Nachwuchs bekamen, gibt es jetzt drei mal im Jahr Junge”, so der Biologe Kurt Eicher von der Initiative zur Abschaffung der Jagd.
    Weil Jäger gerne Wildschweine schießen, diese Tiere aber in der Regel schlauer sind, versuchen die Jäger Wildschweine mit Futter anzulocken, um sie vor die Flinte zu bekommen. Diesen “Trick” nennt der Jäger “Kirrung”. Und weil Jäger gerne viele Tiere vor die Flinte bekommen möchten, sorgen sie für die Vermehrung der Wildschweine - und so wird so manche Kirrung eine ganz ordentliche Futterstelle…

    Die Wildforschungsstelle Aulendorf ermittelte, dass allein in Baden-Württembergs jährlich 4000 Tonnen Mais als „Kirrung” ausgebracht werden - das sind für ein erlegtes Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais - in manchen Revieren sogar über 400 Kilo! Hinzu kommt die Fütterung mit Kraftfutter im Winter, die noch mal in ähnlicher Größenordnung liegen dürfte - und die vielen illegalen Fütterungen, die Naturschützer und Jagdgegner immer wieder aufdecken und zur Anzeige bringen. Der NABU-Jagdexperte Michael Hug weist darauf hin, dass Wildschweine „gemästet werden wie ein Hausschwein”.

    Gerade die Fütterung mit Mais fördert wegen seinem sehr hohen Stärkeanteil (im Gegensatz zur natürlichen Nahrung) die Fruchtbarkeit der Bachen - und kurbelt damit die Vermehrung der Wildschweine an. Selbstverständlich sind die Jäger dann gerne bereit, diese (jägergemachte!) Vermehrung wieder zu dezimieren…

  2. Achmet -Lachnet 03.10.2009

    genau so ist es Nachtigal,jedes Jahr die selbe Mähr von bösen Wildschwein, war auch beim Fuchs mit Tollwut und Bandwurm so aber Gottseidank glaubt das niemand mehr,mal sehen was als nächstes kommt “mit Gen -Mais verseuchte Wildschweinrotte überfällt Kinderspielplatz-Rehe greifen Landwirt an”HILFE…. nicht auszudenken wenn wir nicht die überaus beliebten Jäger nicht hätten!!!

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Mittwoch, 08. Feber 2012

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