Fischer bereiten Proteste gegen geplante Fangquotensenkung vor
Sassnitz (ddp-nrd). Mit einem Kutteraufmarsch wollen am Donnerstag deutsche und dänische Ostseefischer im Hafen Sassnitz auf Rügen auf ihre existenzgefährdende Lage aufmerksam machen.
In der Fischhalle der Sassnitzer Kutterfischer werde eine große Kundgebung stattfinden, an der sich neben den Besatzungen auch Beschäftigte der Fischverarbeitung beteiligten, sagte der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Kutter- und Küstenfischer, Norbert Kahlfuss, am Freitag in Sassnitz. Erwartet werden unter anderem Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) und der EU-Abgeordnete Werner Kuhn (CDU).
Bereits für Dienstag haben die Fischer die Bürgermeister mehrerer Küstenfischereistandorte zu einer Protestveranstaltung nach Greifswald eingeladen. Vorgesehen sei die Verabschiedung einer Resolution an den Fischereirat, sagte Kahlfuss.
Anlass für die Proteste sind die Vorschläge der EU-Kommission, die Fangquote für den Hering im kommenden Jahr erneut um 21 Prozent zu kürzen. Nach den Kürzungen um 10 Prozent für 2008 sowie um 39 Prozent in diesem Jahr würde eine neuerliche Herabsenkung der zulässigen Fangmenge die Existenz vieler Fischereibetriebe vernichten, sagte Kahlfuss.
Nach Plänen der EU-Kommission dürften die deutschen Fischer im kommenden Jahr insgesamt 8462 Tonnen Dorsch und 11 845 Tonnen Hering fangen. Die endgültige Entscheidung über die Quoten wird voraussichtlich im Oktober von den EU-Fischereiministern getroffen. Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landtagsabgeordneter Matthias Lietz (CDU) schlug am Freitag vor, die Fangquote für Kattegat und Skagerrak zugunsten der westlichen Ostsee zu senken.
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