Boetticher warnt vor zu strengen Regeln für die Fischerei
Heiligenhafen (ddp-nrd). Schleswig-Holsteins Fischereiminister Christian von Boetticher (CDU) hat vor zu strengen Reglementierungen durch die geplante EU-Kontrollverordnung zur Fischerei gewarnt. «Der aktuelle Vorschlag ist eher ein bürokratisches Meerungeheuer und für die kleinteiligen Strukturen in Nord- und Ostsee schlicht nicht umsetzbar», sagte Boetticher am Donnerstag in Heiligenhafen. Er fügte hinzu: «So viele zusätzliche Kontrollbeamte wird uns der Finanzminister niemals genehmigen.» Und auch die Fischer könnten viele der neuen Anforderungen schlicht nicht umsetzen.
«Die Marktsituation ist für viele Fischer und ihre Familien Existenz bedrohend», sagte Boetticher. Zwar entwickelten sich die Fischbestände in Nord- und Ostsee «vielfach erfreulich». Notwendig sei aber ein regional angepasster EU-Rahmen. Der Minister stellte ein 14-Punkte-Papier zu der Kontrollverordnung und einem von der EU geplanten Grünbuch zur Fischerei vor. Darin werden unter anderem eine Vereinfachung des Kontrollsystems und der Fortbestand nationaler Quoten gefordert.
Zuvor hatte Boetticher auf einer Fachkonferenz mit 40 Teilnehmern die Situation der Fischer in Schleswig-Holstein diskutiert. Daran nahm auch der Staatssekretär im Bundesagrarministerium, Gert Lindemann, teil. Es sei in den vergangenen Jahren gelungen, die EU-Kommission «von nicht nachvollziehbarer Bürokratie abzuhalten. Das wird auch hier so sein», sagte Lindemann. Noch in diesem Jahr will die EU eine neue Kontrollverordnung in Kraft setzen.
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