Maritime Wirtschaft verspürt zaghafte Auftragserholung
Berlin (ddp-nrd). Nach den drastischen Auftragseinbrüchen infolge der Wirtschaftskrise verzeichnet die maritime Wirtschaft in Deutschland eine leichte Belebung der Bestellungen. Es gebe wieder erste kleine Aufträge, sagte die Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Dagmar Wöhrl, am Freitag in Berlin.
Insgesamt seien seit Anfang vergangenen Jahres 54 Schiffsbestellungen storniert worden. Allerdings liegen die Chancen der deutschen Werften ihren Angaben zufolge nicht im Massenmarkt Containerschiffbau, sondern vielmehr in «hochspezialisierten Nischen» beispielsweise bei Kreuzfahrtschiffen, Großfähren, Eisbrechern und Offshore-Plattformen.
In diesem Zusammenhang begrüßte sie den Verkauf der Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde an einen russischen Investor. Durch den großen und veralteten russischen Schiffsmarkt böten sich große Chancen für den Werftenverbund. Derzeit liefen zudem Verhandlungen über einen sogenannten Massekredit für die Werften, dessen Genehmigung an der Abnahme der beiden von der schwedischen Stena-Reederei in Auftrag gegebenen Großfähren hänge.
In der Diskussion um eine Unterstützung der Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss sprach sich Wöhrl für ein Vorziehen von Marineaufträgen aus, um die Zeit bis zum geplanten Baubeginn einer Fregatte im Jahr 2014 zu überbrücken. Im September soll zudem über eine Bundeshilfe für die Containerreederei Hapag Lloyd entschieden werden.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Unsicherheiten auf den weltweiten Schifffahrtsrouten eröffnet sich laut Wöhrl darüber hinaus ein unerwarteter Zukunftsmarkt für Sicherheitstechnologien. Hierbei sei Deutschland bereits jetzt Marktführer.
Ebenfalls Lesenswert:
- Bundesregierung setzt bei maritimer Wirtschaft auf Privatengagement
- FDP-Politiker Koppelin fordert deutsches Werften-Konzept
- Maritimer Koordinator äußert sich im Wirtschaftsausschuss
- FDP fordert Masterplan für maritime Wirtschaft
- Bund prüft Vorziehen von Aufträgen an maritime Wirtschaft
