Seidel sieht in Wadan-Verkauf «hoffnungsvollen Anfang»
Schwerin (ddp-nrd). Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) sieht in dem genehmigten Verkauf der insolventen Wadan-Werften an einen russischen Investor einen «hoffnungsvollen Anfang». Im Gespräch mit NDR Info warnte Seidel am Dienstag zugleich vor zu hohen Erwartungen zum jetzigen Zeitpunkt. Es gebe nur dann eine langfristige Zukunft für die Schiffbaubetriebe in Wismar und Warnemünde, wenn es gelinge, Aufträge auf dem russischen Markt zu akquirieren.
Man müsse zugleich aufpassen, angesichts der versprochenen mindestens 1200 Arbeitsplätze den Menschen nicht die Vorstellung zu suggerieren, dass ab dem 1. September alle wieder arbeiten gehen könnten. Es müsse erklärt werden, «wie der Weg hin zu Aufträgen praktisch läuft und wie dann Beschäftigung entsteht».
Die neuen Eigner, der Energiemanager Igor Jussufow und sein Sohn Vitaly, müssten sich um neue Aufträge kümmern, das Management auf die Beine stellen und zu den Zulieferern wieder eine Bindung herstellen. «Wir gehen davon aus, dass ganz offensichtlich Herr Jussufow andere Möglichkeiten hat als der bisherige Eigentümer», sagte Seidel.
Nach der Landesregierung hatte am Montag in Schwerin auch der Gläubigerausschuss dem Verkauf der Wadan-Werften zugestimmt. Durch die einstimmige Entscheidung der bei einem Verhandlungsabschluss wichtigsten Instanz ist die Übernahme der beiden Betriebe in Warnemünde und Wismar durch den russischen Investor für rund 40 Millionen Euro perfekt. An der ostdeutschen Küste soll der Schiffbau künftig unter dem Dach einer Holding als Nordic Yards-Gruppe fortgeführt werden.
Ebenfalls Lesenswert:
- Landesregierung nimmt Nordic-Yards-Eigentümer in die Pflicht
- Gläubigeraussschuss stimmt Verkauf der Wadan-Werften zu
- Nordic Yards stellt 20 weitere Konstrukteure ein
- Sellering sieht Gespräche zu Wadan auf gutem Weg
- Kaufpreis für ehemalige Wadan-Werften überwiesen
