Rock-Festival «für Demokratie und Toleranz» in Jamel

Jamel (ddp-nrd). Im durch rechtsextreme Aktionen in die Schlagzeilen geratenen Dorf Jamel (Landkreis Nordwestmecklenburg) findet ab Freitag (31. Juli) zum dritten Mal das Festival «Jamel rockt den Förster» statt. Unter dem Motto «Rockmusik für Demokratie und Toleranz» werden laut Veranstalter zehn Bands aus Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in dem 38-Einwohner-Dorf zwischen Wismar und Grevesmühlen erwartet.

«Wir wollen zeigen, dass Jamel nicht ausschließlich in rechter Hand ist», sagte Birgit Lohmeyer, die mit ihrem Mann das Festival organisiert. Das Hamburger Ehepaar hat sich trotz des zweifelhaften Rufes des 38-Einwohner-Ortes vor fünf Jahren auf dem alten Forsthof in Jamel niedergelassen.

Der Ort war in den vergangenen Jahren mehrfach im Zusammenhang mit rechtsextremer Gewalt in die Medien gekommen. Unter anderem sollen im angrenzenden Wald «paramilitärische» Schießübungen stattgefunden haben und Neuankömmlinge «anderer Gesinnung» mit Brandanschlägen und Schmierereien vertrieben worden sein.

Anstifter soll meist der vorbestrafte Sven Krüger gewesen sein. Der 34-Jährige sitzt seit Juni für die rechtsextreme NPD im Nordwestmecklenburger Kreistag, genauso wie sein Nachbar David Böttcher.

Das Festival dauert drei Tage, bis zum 2. August. Der Eintritt beträgt fünf Euro, inklusive Zeltplatz auf dem Grundstück des Forsthofes. Die ersten beiden Festivals 2007 und 2008 verliefen laut Veranstalter «äußerst friedlich».

(folgt Korrespondentenbericht bis 12.00 Uhr)

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