Windkraftbranche fordert Überarbeitung des Energiekonzeptes
Rostock (ddp-nrd). Das im April vorgestellte Strategiepapier der Landesregierung «Energieland 2020» ist nach Ansicht des Bundesverbandes Windenergie (BWE) schon jetzt «überaltet und wenig ambitioniert». Das Konzept zeuge von einer dramatischen Fehleinschätzung der Möglichkeiten der regenerativen Energienutzung und müsse dringend überarbeitet werden, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Verbandschef Andreas Jesse am Dienstag in Rostock.
So gehe das Land im Bereich Biogas davon aus, dass bis zum Jahre 2020 insgesamt 272 Anlagen mit einer Leistung von 152 Megawatt installiert seien. Tatsächlich gebe es aber schon jetzt 276 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 196,6 Megawatt, sagte Jesse. «Wir schätzen, dass in den nächsten elf Jahren die Leistung bei 500 Megawatt liegen wird.»
Noch dramatischer sei die Fehleinschätzung der Landesregierung bei Solaranlagen. Während die Studie von einer installierten Leistung von 28 Megawatt bis 2020 ausgehe, lieferten bereits heute landesweit 3227 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 51 Megawatt Strom ins Netz.
Im Bereich Windkraftnutzung an Land traue die Landesregierung der Branche in den nächsten elf Jahren nur eine Steigerung um 46 Prozent zu. Nach BWE-Prognosen dürfte die Leistung der Onshore-Anlagen aber noch einmal um fast 80 Prozent wachsen. Wirklich ambitionierte Ziele habe das Land nur im Bereich der Offshore-Windkraftnutzung, sagte Jesse: Der geplante Bau von 408 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1960 Megawatt sei eine akzeptable Zukunftsvision.
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