Keine Soldaten auf Handelsschiffen zum Schutz vor Piraten

Berlin (ddp-nrd). Das Verteidigungsministerium hat eine Forderung deutscher Reeder abgelehnt, angesichts der zunehmenden Piratenüberfälle auf Handelsschiffe im Golf von Aden in Zukunft auch Soldaten an Bord mitfahren zu lassen. Hauptauftrag der EU-Mission «Atalanta» sei ein sicheres Geleit der Schiffe des Welternährungsprogramms, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Im Übrigen sei es schon verwunderlich, solche Forderungen aufzustellen, sich aber gleichzeitig nicht den geschützten Konvois anzuschließen.

Nach dem Willen des Verbandes Deutscher Reeder sollen auch ganz normale Handels- und Kreuzfahrtschiffe von bewaffneten Soldaten an Bord geschützt werden. Diese hätten eine «größere Abschreckungswirkung als Marineschiffe allein», die in der Piratenregion patrouillieren, heißt es zur Begründung. Zusätzlich forderte der Verband, als Konsequenz aus der Entführung des vor Somalia von Piraten gekaperten Frachters «Hansa Stavanger» neue Korridore für die Schifffahrt einzurichten.

Das Ministerium reagierte «ein wenig erstaunt» auf solche Forderungen. Nur 25 Prozent der Handelsschiffe meldeten ihre Passagen bei der EU-Mission an und stünden dann auch unter bewaffneten Schutz, sagte ein Sprecher. Auch bei den Reedereien sollte langsam die Einsicht greifen, dass es besser wäre, einen Tag auf den Konvoi zu warten, als ohne Schutz in den ostafrikanischen Gewässern zu fahren.

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Mittwoch, 08. Feber 2012

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