Neue Archäologie-Vitrine im Ozeaneum eingeweiht

Stralsund (ddp-nrd). Ein Jahr nach der Eröffnung des Ozeaneums Stralsund ist am Samstag in dem maritimen Ausstellungskomplex eine neue Archäologie-Vitrine eingeweiht worden. Sie zeige einen vier Meter tiefen Grabungsschnitt, der beim Bau des Ozeaneums im Sommer 2006 auf der Stralsunder Hafeninsel mit Kunststoffharzen gesichert worden sei, sagte der Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, Michael Bednorz.

An der natürlichen Schichtfolge lässt sich ableiten, wie sich Klima und Küstenverlauf der Ostsee innerhalb der letzten 20 000 Jahre verändert haben. So zeigt der 4000 Jahre alte Sand noch Reste von Seegras, während die darunter liegende Sandschicht mit Resten von Pfeffermuscheln über 6000 Jahre alt ist. Die unterste und älteste Schicht ist mit Geschiebelehm und Sandstein gefüllt, der etwa 14 000 Jahre alt ist. Auf einer beigestellten grafischen Darstellung kann sich der Besucher zudem über die Entwicklung von Stralsund vom slawischen Fährdorf bis zur Neuzeit informieren.

Die Hafeninsel am Strelasund war 1868 durch Aufschüttungen errichtet worden, um zusätzliche Schiffsliegeplätze zu schaffen und das Hafenbecken zu vertiefen. Bei den Baggerarbeiten vor zwei Jahren hatten Archäologen unter anderem alte Pilgerzeichen, Tuchplomben, Keramikfundstücke sowie Siegelstempel geborgen. Für Überraschung sorgte der Fund einer 7000 Jahre alten Baumwurzel mit einem großen, inzwischen ausgestorbenen Baumpilz, der nach seiner Konservierung in einem Jahr ebenfalls ausgestellt werden soll.

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Dienstag, 07. Feber 2012

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