Konferenz stärkt Rechte von Naturvölkern
Vilm (ddp-nrd). Bei der Erschließung neuer Naturwirkstoffe für Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelkonzerne sollen künftig die Rechte von Naturvölkern international verbindlich gestärkt werden. Auf entsprechende Richtlinien haben sich am Freitag Wissenschaftler und Vertreter sogenannter indigener Gemeinschaften zum Abschluss einer Konferenz in der Naturschutzakademie auf der Insel Vilm verständigt.
Die Empfehlungen sollen in ein völkerrechtliches Abkommen einfließen, das voraussichtlich 2010 von der Internationalen Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) von 170 Staaten verabschiedet wird. Gegenwärtig führt Deutschlands Umweltminister Siegmar Gabriel (SPD) den CBD-Vorsitz.
An der Konferenz hatten etwa 30 Vertreter indigener Völker und Stammesgemeinschaften teilgenommen, darunter Mitglieder der Maori in Neuseeland, der nordeuropäischen Samen, der nordamerikanischen Tulalip, der australischen Aborigines sowie mehrerer afrikanischer und russischer Stammesgemeinschaften. Unter anderem sei die Schaffung geeigneter Institutionen zur Wahrung der Interessen der indigenen Völker vereinbart worden, sagte Ute Feit vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Ziel sei es, die meist armen Naturvölker am Profit aus der kommerziellen Nutzung der von ihnen entdeckten und angebauten Heilpflanzen zu beteiligen.
(folgt Nachrichtenfeature bis 16.00 Uhr)
Ebenfalls Lesenswert:
- Mehr als 1.200 Tagungen in 20 Jahren Naturschutzakademie Vilm
- Forscher empfehlen Naturschutzprojekte gegen Klimawandel
- Merkel hält Grundsatzrede auf Maritimer Konferenz
- Yusufov kommt zu Gespräch über Zukunft der Nordic-Yards-Werften
- Insel Vilm nach Eisbrecher-Havarie von Außenwelt abgeschnitten
