Ex-Ministerpräsident Seite wurde zeitweise von 50 IM bespitzelt

Berlin/Walow (ddp-nrd). Mecklenburg-Vorpommerns Ex-Ministerpräsident Berndt Seite (CDU) ist in der DDR seit Mitte der 70er Jahre als Mitglied der evangelischen Synode von mehr als 50 inoffiziellen Mitarbeitern der Staatssicherheit bespitzelt worden. Das habe er aus seinen Stasi-Akten erfahren, sagte Seite in einem am Montag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift «Super Illu».

Unter den Spitzeln seien auch Kollegen und sogar ein Nachbar seines Hauses in Walow an der Müritz gewesen, wo er noch heute lebt. «Aber dass keine der allerengsten Freunde dabei waren, darüber waren wir doch sehr glücklich», betonte der 69-Jährige. Seites Observation durch das Ministerium für Staatssicherheit füllt den Angaben zufolge insgesamt mehr als 27 Bände und lief unter dem Titel «Prediger».

Seite veröffentlicht im Juli seine Autobiografie «Schneeengel frieren nicht», von August bis November geht er auf Lesereise.

Der CDU-Politiker war von 1992 bis 1998 Regierungschef in Schwerin und hat nach eigenen Angaben bereits während seiner Dienstzeit angefangen, das Buch zu schreiben, um sich abzulenken.

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Donnerstag, 17. Mai 2012

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