Forscher empfehlen Naturschutzprojekte gegen Klimawandel
Vilm (ddp-nrd). Im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels raten Forscher nicht einseitig nur auf technische Konzepte zur Verringerung des Kohlendioxidausstoßes sondern auch auf natürliche Projekte zu setzen. Entsprechende Empfehlungen für klimafreundliche Naturschutzprojekte haben am Mittwoch Wissenschaftler aus 20 europäischen Ländern zum Abschluss einer Fachtagung auf der Insel Vilm vorgestellt.
Durch die Einrichtung zusätzlicher Parks, Teiche und Kanäle in Großstädten ließen sich zum Beispiel in Hitzeperioden die Temperaturbelastung und dadurch ausgelöste kreislaufbedingte Erkrankungen reduzieren, sagte Horst Korn vom Kompetenzentrum für Biodiversität und Klimawandel am Bundesamt für Naturschutz. Nach einer in Manchester entwickelten Computersimulation würde die Temperatur in einer Großstadt um vier Grad sinken, wenn sogenannte grüne und blaue Räume um zehn Prozent ausgedehnt würden.
Als Reaktion auf klimabedingte Extremereignisse wie Hochwasser und Sturmfluten empfehlen die Experten die Schaffung zusätzlicher natürlicher Überflutungsräume. Statt Deiche immer mehr zu erhöhen, sollten sie an unbebauten Küstenabschnitten geöffnet oder zurückgesetzt und Salzgraswiesen renaturiert werden. Zudem sollten Stadtparks und frühere Auewälder an Flussläufen als Überflutungsgebiete ausgewiesen werden. Als einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz bezeichneten die Spezialisten die Wiedervernässung der als CO2-Speicher funktionierenden Moore.
Der auf Vilm erstellte Katalog wird jetzt den nationalen Regierungen zugeleitet. Die Empfehlungen sollen im Dezember auf dem Klimagipfel in Kopenhagen in das Nachfolgeabkommen der 2012 auslaufenden Kyoto-Konvention einfließen.
Ebenfalls Lesenswert:
- Konferenz stärkt Rechte von Naturvölkern
- Eisbrecher hält Zufahrt zur Insel Vilm offen
- Drei Millionen Euro für Dünenverstärkung auf Rügen
- GEW warnt vor höherer Arbeitsbelastung für Lehrer
- Backhaus will verbindliches Klima-Abkommen in Kopenhagen
