Eichenprozessionsspinner breiten sich Richtung Norden aus (Mit Bild und Datenblatt)

Rostock (ddp-nrd). Die für den Menschen gefährlichen Eichenprozessionsspinner sind in Mecklenburg-Vorpommern weiter auf dem Vormarsch. Trotz Bekämpfung seien bei Stichproben an Eichen wieder Befallsnester mit Hunderten von Raupen gefunden worden, sagte Schädlingsexperte Robert Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei am Montag in Rostock. Die Raupenpopulationen hätten erstmals vor zwei Jahren im Südwesten des Landes kilometerlang Eichenalleen befallen. Jetzt müsse damit gerechnet werden, dass sich der Eichenprozessionsspinner unerkannt über das südliche Mecklenburg hinaus Richtung Norden verbreitet.

Süddeutsche Bundesländer plagen sich seit Jahren mit dem Schädling herum. 2007 wurden erste Nester in Lübtheen, ein Jahr später auch in der Gegend um Ludwigslust gefunden. Befallene Eichen weisen oft zahlreiche nestartige Gespinste in den Astgabeln, am Stamm und am Stammfuß auf. Gefährlich für den Menschen seien die Härchen der Raupen des Eichenprozessionsspinners, sagte Schmidt. Sie werden durch den Wind verteilt und enthalten ein Nesselgift, das Hautreizungen und Atemnot hervorrufen.

«Da die befallenen Bäume oft Rad- und Wanderwege säumen, besteht ein akutes Risiko für Anwohner und Touristen», warnte Schmidt. Die Raupenhaare verlieren den Angaben zufolge ihre schädliche Wirkung erst nach etwa einem Jahr, wenn sie beispielsweise an Kleidung oder Schuhen haften bleiben.

Das Landesamt rät, dass vor allem Kinder und durch Allergien vorbelastete Personen befallene Gebiete meiden. Gespinstnester dürften keinesfalls berührt werden. Bei juckenden oder schmerzenden Ekzemen nach einem Aufenthalt in freier Natur sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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Donnerstag, 17. Mai 2012

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