Studie prognostiziert Lehrer- und Erziehermangel im Nordosten
Schwerin (ddp-nrd). Mecklenburg-Vorpommern wird nach Ansicht des Essener Bildungsforschers Klaus Klemm schon bald mit einem enormen Lehrer- und Erziehermangel zu kämpfen haben. Um die vorhandenen Kapazitäten an den Schulen zu halten, müsste das Land bis 2015 jährlich rund 270 und damit mehr als doppelt so viele Lehrkräfte wie derzeit einstellen, sagte Klemm bei der Vorstellung eines von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beauftragten Gutachtens am Donnerstag in Schwerin. Gründe für den Bedarf seien das hohe Durchschnittsalter der derzeit tätigen Lehrer sowie wieder leicht steigende Schülerzahlen.
In den Krippen und Kindergarten im Land würden bis 2015 jährlich 300 neue Vollzeitkräfte benötigt, sagte Klemm. Derzeit würden im Durchschnitt pro Jahr nur rund 276 Personen eine Ausbildung zum staatlichen Erzieher beginnen. Schon heute sei der Fachkräftebedarf in den Kindertagesstätten nicht gedeckt, betonte Klemm. Ein Erzieher betreue durchschnittlich 18 Kinder, bundesweit werde aber nur ein Betreuungsverhältnis von 1:9 angestrebt.
Vor dem Hintergrund der Studie forderte die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner die Landesregierung auf, Ausbildungs- und Berufsbedingungen für Erzieher und Lehrer attraktiver zu gestalten. Die Einstellungspolitik müsse sich außerdem am tatsächlichen Bedarf orientieren, forderte sie.
Ebenfalls Lesenswert:
- Land investiert mehr Geld in Kinderbetreuung
- Dreistündiger Kita-Streik in Schwerin
- Kita-Streik geht in neue Runde
- Erzieher streiken wieder im Nordosten
- GEW fordert gleiche Arbeitsbedingungen für Lehrer in Ost und West
